Berlin - Ärzte, Krankenhäuser und Gesundheitsdienstleister müssen sich mehr und mehr auf ein kritischeres Publikum einstellen. Mangelnde Aufmerksamkeit, das Gefühl fehlender Fachkompetenz und Wartezeiten sind die häufigsten Gründe für Unzufriedenheit mit ärztlichen Behandlungen.

Das zeigt der Healthcare-Barometer März 2015 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Für die Studie wurden 1000 Bundesbürger befragt. Demnach sind bei den 18- bis 34-Jährigen rund 27 Prozent mit den Öffnungszeiten der Praxen unzufrieden, bei der Generation 55plus dagegen nur 8 Prozent. Knapp 20 Prozent der jungen Erwachsenen fühlten sich von Ärzten und medizinischem Personal nicht ernst genommen. Bei den Älteren gaben das laut Studie nur 8 Prozent an. Entsprechend wünscht sich fast jeder Zweite der jüngeren Generation mehr Aufmerksamkeit vom Arzt, aber nicht einmal jeder Dritte der älteren (rund 29 Prozent).

Geht es etwa um die Wahl der richtigen Klinik für einen Krankenhausaufenthalt, verlassen sich von der Altersgruppe 55plus noch drei Viertel auf die Empfehlung ihres Hausarztes. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind dies nur noch knapp 60 Prozent. Sie nutzen stattdessen verstärkt andere Informationsquellen wie die Websites der Kliniken, Onlineforen oder -Bewertungsseiten. Und sie hören sich aktiv im Freundes- und Bekanntenkreis um.

Knapp 72 Prozent beurteilen den Leistungskatalog ihrer Krankenkasse als mangelhaft. Für rund ein Drittel werden zu viele Leistungen nicht erstattet - vor allem alternative Heilmethoden, Zahnarztkosten, Brillen und Augenbehandlungen. Bereits heute haben 39 Prozent der gesetzlich Versicherten eine private Zusatzversicherung.