Köln - Der Mensch benötigt Salz, um die lebenswichtigen Funktionen des Körpers aufrechtzuerhalten. Doch wie so oft macht die Dosis das Gift: Es sollte weder zu viel noch zu wenig sein.

Als Richtwert gilt: Die empfohlene Tagesdosis von etwa 6 Gramm Kochsalz sollte nicht regelmäßig überschritten werden. Doch genau dazu neigen die Deutschen. Ein Grund dafür sind salzhaltige Lebensmittel, die oft als "fettarm" ausgewiesen sind. "Das weiße Gold fungiert als Geschmacksträger. Ohne Zusatz von Salz schmecken viele Lebensmittel fade", erläutert Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Das führe dazu, dass Männer täglich durchschnittlich 9 Gramm und Frauen 6,5 Gramm Salz zu sich nehmen.

Damit wird die empfohlene Tagesdosis überschritten - und das birgt gesundheitliche Risiken. Ein auf Dauer erhöhter Salzwert im Körper steht im Verdacht, das Risiko für Schlaganfälle und Osteoporose zu vergrößern.

Ganz auf Salz zu verzichten, ist aber ebenfalls nicht ratsam. Denn wer die empfohlene Menge einhält, sorgt dafür, dass die Übertragung der Nervenreize und Signale als elektrische Impulse effektiv abläuft, erklärt Froböse. Außerdem brauchen die Transportzellen der Organe - etwa Leber, Niere und Darm - das im Salz enthaltene Natrium, um Nähr- und Aufbaustoffe zu binden. Und auch zur Aufrechterhaltung der Zellfunktionen ist Salz im Körper unerlässlich: Wasser als Informationsträger kann nur in Verbindung mit Salzen gespeichert werden.

Der Körper muss also in jeder Lebenssituation auf einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt zurückgreifen können. Das gilt auch beim Sport. "Hobbysportler müssen sich im Allgemeinen keine großen Gedanken machen, da durch die Trainingseinheit im Regelfall nicht so viel Salz ausgeschwitzt wird, dass eine Kompensation notwendig ist", erklärt Froböse. Erst ab zweistündigen Belastungen in großer Hitze, wie etwa bei Triathleten, sollte der Haushalt ausgeglichen werden, damit kein Leistungsabfall zustande kommt oder Krämpfe entstehen.

Bei Menschen mit Jodmangel kann die Verwendung von Jod- statt Speisesalz hilfreich sein. So lassen sich auch Schilddrüsenprobleme vermeiden, die oft auf einen Jodmangel zurückzuführen sind.