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Ein bisschen Wut tut gut - Mit Gefühlsausbrüchen umgehen

27.06.2012 09:29 Uhr |

Ein bisschen Wut tut gut - Foto: dpa



Herrenberg - Wut kommt meist unerwartet und entlädt sich wie ein Gewitter. Hat sie einen gepackt, fällt es meist schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Ganz ignorieren sollten man diese starken Gefühle nicht - sie müssen nur richtig genutzt werden.

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Manchmal ist es nur ein unbedachtes Wort vom Chef oder der Schwiegermutter, das einen auf die Palme bringt. Die aufschäumende Wut im Bauch führt dann oft zu Überreaktionen, die im Zweifel noch mehr Ärger auslösen. Wer sich aber im Moment der größten Erregung zurückhält, hat gute Chancen, das Gewünschte später zu erreichen. Den Antrieb der Wut positiv für sich zu nutzen, braucht zwar etwas Übung, ist aber durchaus erlernbar.

"Bis zehn zählen, aus dem Raum gehen, tief Luft holen", empfiehlt der Diplompsychologe Christoph Burger aus dem baden-württembergischen Herrenberg in der akuten Situation. Erst nach dieser kleinen Verschnaufpause rät er dazu, dem Ärger Luft zu machen und deutlich anzusprechen, was einen stört. "So bekommt das Gegenüber die Emotionen noch zu spüren, solange sie heiß sind", sagt er. Fasse man sich zu spät ein Herz, könne der Ärger schnell verpuffen. Die dargelegte Meinung habe dann nicht mehr den Informationswert, die sie haben soll.

Nicht die Fassung zu verlieren, wenn der Kragen fast platzt, das klingt auf den ersten Blick schwierig. "Das ist ein längerer Prozess", räumt Burger ein. Zunächst müssten die eigenen Bedürfnisse zutage gebracht werden. Welcher innere Antrieb steckt hinter der Wut? Das kann nach Burgers Ansicht etwa der Wunsch nach mehr Anerkennung oder Entscheidungsfreiheit sein. "Wer einmal an einem exemplarischen Beispiel diese Selbsterkenntnis ans Licht geholt hat, verändert schon viel", macht der Managementtrainer Mut.

Wichtig bleibt unterm Strich, die Wut im Bauch auf irgendeine Weise loszuwerden. "Den aufgestauten Ärger abzulassen, ist grundsätzlich gesünder, als ihn in sich hineinzufressen", meint Burkhard Heidenberger, Trainer für Zeitmanagement und Arbeitsmethodik aus Wien. Diverse wissenschaftliche Studien belegten, dass häufig unterdrückte Wut Krankheiten hervorrufen könne.

Auch Wut allgemein wird oft ein negativer Einfluss auf die Gesundheit nachgesagt. So haben Wissenschaftler des Instituts für klinische Physiologie im italienischen Pisa im Rahmen einer Langzeitstudie bei Herzinfarktpatienten festgestellt, dass negative Emotionen wie Feindseligkeit, Depressionen, Wut oder Angst schädlich fürs Herz sind. Umgekehrt kann der scheinbar unkontrollierte Gefühlsausbruch auch durchaus Positives mit sich bringen. "Der Emotionszustand Wut ist immer auch ein Antreiber", sagt Heidenberger. "Er setzt Kräfte frei und kann einen Änderungsprozess ins Rollen bringen."



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Dokument erstellt am 2012-06-27 09:29:10
Letzte Änderung am 2012-06-27 09:29:10

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