• 25. Mai 2013


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Nicht übertreiben: Proteinshakes als Sportbegleiter

25.10.2012 18:25 Uhr |

Fitnessstudio - Foto: Oliver Berg



Berlin - Als Shake mit Geschmacksaromen oder als Pulver zum Selbstanrühren sind Proteindrinks ein Verkaufsschlager an der Fitnesstheke. Sie sollen den Muskelaufbau unterstützen und nach dem Sport den Hunger bekämpfen. Experten halten ihren Nutzen aber für fraglich.

Bodybuilder setzen darauf, aber auch bei vielen Frauen, die Linie halten wollen, kommen Eiweißshakes gut an. Sie sind fix angerührt und passen zur sogenannten Low-Carb-Methode: Abnehmen durch eine proteinreiche und kohlenhydratarme Ernährung. Entsprechend werden die Drinks in Fitnesscentern auch als Sattmacher nach dem Sport angepriesen.

Experten halten die Drinks jedoch für überschätzt. "Diese Produkte sind nicht in demselben Maße sinnvoll, wie sie derzeit verkauft werden", sagt der Ernährungswissenschaftler Karsten Köhler von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Auch Fachkollegin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sieht das so: Die Shakes seien zwar nicht schädlich, aber auch nicht notwendig. "Freizeitsportler brauchen diesen zusätzlichen Eiweißkick nicht." Normale Mahlzeiten deckten den täglichen Bedarf an Eiweiß bereits ab.

Dieser liegt bei Frauen bei etwa einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, bei Männern ist es etwas mehr. Die durchschnittliche Eiweißaufnahme pro Tag ist laut Karsten Köhler mit 1,3 bis 1,4 Gramm bereits höher als die Menge, die der Körper braucht.

"Low-Carb", so die Experten, könne zwar durchaus funktionieren - allerdings nur bei denen, die sich insgesamt bewusst ernährten: "Einfach den Shake schlürfen und warten, dass was passiert, bringt nichts", so Ernährungswissenschaftlerin Gahl.

Und auch wenn in Fitnessstudios bereits Flatrates zum Dauerschlürfen ermuntern: Gahl hält nichts davon, ganze Mahlzeiten regelmäßig mit Proteinshakes zu ersetzen. Wer Eiweiß dauerhaft und in exzessivem Ausmaße zu sich nehme, riskiere sogar gesundheitliche Probleme: "Das Eiweiß geht an die Niere und erhöht die Harnsäurewerte." Im schlimmsten Fall könne dies Krankheiten wie Rheuma oder Gicht begünstigen. Weil die Niere stark arbeite, verliere der Körper zudem viel Wasser und damit wichtige Nährstoffe.

Die Ernährungswissenschaftlerin empfiehlt, statt der Eiweißshakes lieber zu proteinreichen Mahlzeiten zu greifen - zum Beispiel magerem Fleisch, gemischtem Salat, Hüttenkäse oder Müsli mit Getreide und Hülsenfrüchten. Wissenschaftler Köhler kann ihr beipflichten. "Wer seinen Bedarf nach dem Krafttraining auffüllen will, kann ebenso gut ein Glas Milch trinken." Das sei nicht nur genauso gut, sondern auch billiger.





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Dokument erstellt am 2012-07-27 11:26:03
Letzte Änderung am 2012-10-25 18:25:47

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