Berlin - Kuscheltiere, Jeanshosen oder Dosenravioli: Bei Sachspenden wissen die Menschen genau, was bei den Bedürftigen ankommt. Ein abstrakter Geldbetrag könnte unterwegs hingegen schrumpfen. Eine echte Hilfe sind Sachspenden aber nur in bestimmten Fällen.

Sachspenden sind nur sinnvoll, wenn die Bedürftigen in der Nähe leben. Haben die abgelegten Kleider, Kleinmöbel oder Lebensmittel keine lange Reise vor sich, mindert das die Kosten für Transport und Lagerung. Darauf weist Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hin.

Die Organisation muss klare Ansagen zum gewünschten Produkt machen. Die Suppenküche einer Kommune bittet in der Regel um Lebensmittel, die Möbelkammer der örtlichen Kirchengemeinde um Einrichtung. "Es geht um Entfernung und Bedarfsgenauigkeit", sagt Wilke.

In jedem Fall unbrauchbar sind Medikamentenspenden. "Zum Beispiel wenn das Ablaufdatum kurz bevorsteht", sagt Wilke. "Nach dem Motto: Was für uns nicht mehr gut ist, ist für andere ja nicht gleich schädlich."

Oft sind die Spender enttäuscht, wenn ihre Sachspende schon bei der Spendenorganisation schon nicht so hilfreich eingeschätzt wird, wie von ihnen selbst. "Das ist oft der Fall, wenn der bisherige Besitzer eine andere Vorstellung vom Wert der Spende hat", sagt Wilke. Eine Küchenzeile, die ihm zehn Jahre lange gute Dienste geleistet hat, ist noch lange keine gute Spende. "Nach dem Transport ist sie für Dritte wahrscheinlich nicht mehr zu gebrauchen", erklärt Wilke.

Problematisch sei bei Sachspenden oft auch die Ausstellung eines Spendenbelegs. Häufig bekommen die Spender gar keine Quittung, weil es für die Organisation zu schwierig sei, den finanziellen Wert einzuschätzen. "Denn das Risiko für die Einrichtung ist hoch, dass bei falsch ausgestellten Spendenbescheinigungen ihre Gemeinnützigkeit in Gefahr gerät", erklärt Wilke.