Frankfurt/Main - Irgendwann soll der Einkauf im Supermarkt mit dem Smartphone bezahlt werden - der Geldbeutel kann zu Hause bleiben. Vorerst treiben Kreditkartenanbieter wie Visa aber eine Übergangstechnologie voran: Kontaktlos per Karte bezahlen - ohne PIN.

Kontaktlos, mobil oder sicher im Netz: Wie andere Anbieter auch setzt das Kreditkartenunternehmen Visa zunehmend auf neue Bezahlformen. Bereits in Schwung gekommen ist das kontaktlose Bezahlen mit Karte. Wie Visa am Mittwoch (22. Januar) in Frankfurt berichtete, stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Kunden in Deutschland, die Einkäufe quasi im Vorbeigehen bezahlen, von 500 000 auf 1,7 Millionen. "Damit können sie bequem, schnell und sicher im Handel bezahlen", sagte Deutschlandchef Ottmar Bloching.

Zehn Banken geben diese kontaktlosen Karten von Visa inzwischen aus, die in 35 000 Terminals im Handel akzeptiert werden - etwa bei Thalia, Galeria Kaufhof, Douglas, Aral oder Starbucks. 2014 sollen neue Partner im Handel dazukommen, sagte Bloching. An den Kassen falle damit die Suche nach Kleingeld weg, die Schlangen dürften kürzer werden - denn die mit einem Chip versehene Karte wird einfach auf das Lesegerät gelegt, eine PIN-Eingabe ist nicht erforderlich. Mastercard ist mit einem eigenen System am Start, auch Banken und Sparkassen treiben die Technologie voran.

Noch in den Kinderschuhen steckt bei Visa hingegen das Bezahlen per Telefon. Im Dezember 2013 startete Visa Deutschland in Düsseldorf eine Kooperation mit Vodafone zum kontaktlosen mobilen Bezahlen mit dem Smartphone. In den kommenden Wochen soll das Projekt auf weitere Großstädte ausgeweitet werden, etwa auf Berlin, München und Frankfurt. Das Verfahren namens "Vodafone SmartPass" basiert auf einer aufladbaren Visa Prepaid Karte. Das ermögliche einen einfachen und
sicheren Bezahlvorgang.


Nicht mehr lange Zukunftsmusik ist die "digitale Geldbörse" V.me by Visa. Im vierten Quartal 2014 will der Anbieter auf die steigenden Ausgaben im Onlinehandel reagieren und das System für Kredit- und Bankkarten einführen. Neun deutsche Banken seien voraussichtlich mit am Start. Für V.me können Verbraucher ihre Kartendaten hinterlegen. Sie müssen dann beim Bezahlen im Internet nur Nutzernamen und Passwort eingeben, die Kartendaten werden nicht mehr an den Händler übertragen. Dies komme dem Sicherheitsbedürfnis von deutschen Verbrauchern entgegen, betonte Bloching. Nach der vollständigen Einführung könnten über 40 Millionen Bank- und Kreditkarten von Visa in der "digitalen Geldbörse" hinterlegt werden.

Neben Mastercard ist Visa einer der größten Kartenanbieter in Deutschland. 2013 sei die Zahl der Visa Kreditkarten hierzulande um 1,1 Millionen (6 Prozent) auf 16,7 Millionen gestiegen, die Zahl der V PAY Bankkarten um 7 Millionen (39 Prozent) auf 25 Millionen. Dazu kommen 4,6 Millionen Visa Plus Karten.

Die Zahl der Transaktionen habe insgesamt um 16 Prozent zugelegt: Die Ausgaben im Handel stiegen um 11 Prozent, die Umsätze bei Internetkäufen mit Visa Karten verzeichneten ein Plus von 25 Prozent.