Stuttgart - Gestiegene Miete, teures Benzin, hohe Lebensmittelkosten: Keine Frage, das Leben wird teurer. Ablesen lässt sich das zum Beispiel an der Inflationsrate. Und die ist auch bei der Altersvorsorge wichtig.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht regelmäßig die offizielle Inflationsrate. Für 2013 meldeten die Statistiker in Deutschland eine durchschnittliche Teuerung von 1,5 Prozent. Sie lag damit aber unter den beiden Vorjahresraten von 2,0 Prozent im Jahr 2012 und 2,1 Prozent 2011.

"Die Inflation spielt natürlich auch bei der Altersvorsorge eine Rolle", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. "Denn das Geld verliert im Laufe der Jahre an Kaufkraft." Ein Rechenbeispiel: Ein Betrag von 10 000 Euro hat nach zehn Jahren bei einer angenommenen jährlichen Preissteigerung von 1,5 Prozent noch eine Kaufkraft von rund 8600 Euro.

Wer bei diesem Beispiel umgekehrt in zehn Jahren eine Kaufkraft von 10 000 Euro haben will, muss heute rund 11 600 Euro unters Kopfkissen legen oder zumindest Erträge erwirtschaften, welche mindestens die angenommene Inflation von 1,5 Prozent ausgleichen. In jedem Fall ungewiss bleibt dabei die tatsächliche Entwicklung der Preissteigerungen, die höher, aber auch niedriger sein kann.

Gerade für eine langfristige Geldanlage gilt daher: Eine gewisse Geldentwertung sollten Verbraucher immer einkalkulieren. "Allerdings ist die offizielle Inflationsrate immer nur ein Durchschnittswert", erläutert Nauhauser. "Individuell kann die Rate eine ganz andere sein." Denn Immobilienbesitzer beispielsweise sind von Mietpreissteigerungen nicht betroffen. Fahrrad- oder Bahnfahrer wiederum müssen sich weniger über steigende Spritkosten ärgern.

Als oft gepriesenes Gegenmittel für Anleger gelten Aktien, weil die Unternehmen Preissteigerungen auch einfach weitergeben können. "Ganz falsch ist das nicht und eine Beimischung von breitgestreuten Aktien ist sicher auch für viele konservative Anleger sinnvoll", sagt Nauhauser. Allerdings sollten die Anleger einkalkulieren, dass die Börsen zuweilen auch Kursausschläge mit sich bringen.