Stuttgart - Anleger, die alles auf eine Karte setzen, spielen ein gewagtes Spiel. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät zu Streuung. Er nennt fünf beliebte Möglichkeiten für Anleger sind:

Geldwerte: Zu dieser Anlageklasse zählen zum Beispiel Tagesgeldkonten oder Festgeldanlagen, aber auch Anleihen, für die ein fester Zins gezahlt wird. "Diese Anlagen schwanken in realen Werten auf kurze Sicht kaum und sind relativ sicher, wenn die Schuldner solide sind", erklärt der Finanzexperte. "Hohe Sicherheit heißt aber auch geringe Rendite." Höher verzinste Anleihen gibt es zwar, sie bergen aber auch höhere Risiken: "Wenn der Herausgeber der Anleihe seine Schulden nicht zurückzahlen kann, können Anlegern hohe Verluste drohen."


Sachwerte: Immobilien zählen zu den klassischen Sachwerten. Ihr Wert schwankt in der Regel nicht besonders stark von Jahr zu Jahr. Allerdings ist ein Werterhalt alles andere als sicher und es fallen Kosten für die Instandhaltung an. "Wie sich der Markt oder der Wert eines einzelnen Objekts entwickeln wird, ist nicht sicher absehbar", sagt Nauhauser. Wer nicht das nötige Kleingeld für ein paar Wohnungen hat, kann sich an offenen Immobilienfonds beteiligen, die in viele verschiedene Objekte investieren. Auch deren Wertentwicklung ist von der Marktlage abhängig.


Produktivkapital: "Sie können auch direkt in Unternehmen investieren", erklärt Nauhauser. "Dazu bietet sich der Kauf von Aktien oder besser noch Aktienfonds an." Hier beteiligen sich Anleger direkt am Produktivkapital der Wirtschaft. "In dieser Anlageklasse kann man die höchsten Renditen erwarten, muss aber Verlustphasen aushalten können."


Rohstoffe: Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin, aber auch Öl zählen zu den Rohstoffen. "Sie sind oft reine Spekulationsobjekte, weil die Anlegerrendite nur von der Preisentwicklung abhängt ", sagt Nauhauser. Einzelanlagen sind riskant. Zur Risikostreuung kann der Kauf von etwas Gold und Silber oder börsengehandelter Fonds aber geeignet sein.


Humankapital: Anleger können aber auch in sich selbst investieren. "Je besser Sie ausgebildet sind, desto besser sind Ihre Chancen auf ein hohes Lebenseinkommen, etwa durch einen gut bezahlten Job", erklärt Nauhauser. Daher lohne es sich vor allem in jungen Jahren, das eigene Wissen und die eigenen Fähigkeiten auszubauen.