Hamburg - Sie sind weit verbreitet und werden oft kritisiert: Kapitallebensversicherungen. Viele Verbraucher sorgen mit ihnen fürs Alter vor. Doch wer Risikoschutz und Geldanlage trennt, kann möglicherweise mehr rausholen.

Beim Thema Altersvorsorge sind viele Verbraucher bequem. "Sie schließen eine Kapitallebensversicherung ab und vertrauen darauf, dass der Versicherer sich schon gut um das Geld kümmern wird", erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. "Solche Produkte sind aber meist teuer und unflexibel." Wer für das Alter vorsorgen will, sollte Absicherung und Geldanlage besser trennen.

"Viele Verbraucher denken, Kapitallebensversicherungen sind einfache und sichere Produkte", erklärt Boss. Das ist möglicherweise auch ein Grund für die weite Verbreitung: Insgesamt gibt es derzeit in Deutschland etwa 90 Millionen Verträge. "Es ist aber eine trügerische Sicherheit", sagt Boss. Denn oft sei die Rendite vergleichsweise gering und der Versicherungsschutz nicht ausreichend. Zudem bestehe die Gefahr, dass gesetzliche Vorgaben geändert werden, wie es derzeit diskutiert wird.

"Vielen Kunden ist oft nicht einmal klar, dass nicht der gesamte eingezahlte Beitrag angespart wird, sondern ein Teil in den Todesfallschutz fließt", erklärt die Expertin. Hinzu kämen Kosten, die je nach Versicherungsgesellschaft unterschiedlich hoch ausfielen. "Wer dann nach Jahren feststellt, dass er weniger ausgezahlt bekommt, als er eingezahlt hat, ist meist enttäuscht."

Doch das muss nicht sein: "Überlassen Sie Ihre Altersvorsorge nicht einer Versicherung", empfiehlt Boss. Risikoabsicherung und Geldanlage sollten besser getrennt werden. Mit einer Kapitallebensversicherung wäre ein ausreichender Todesfallschutz zum Beispiel für eine Familie sehr teuer. "Die Beiträge hierfür könnten viele kaum bezahlen." Wesentlich günstiger sei hier eine Risikolebensversicherung.

Gespart werden sollte nach Ansicht von Boss besser mit reinen Anlageprodukten. "Wählen Sie lieber ein Tagesgeldkonto, eine Festgeldanlage oder einen Fonds", sagt die BdV-Sprecherin. Das sei zwar aufwendig, weil die guten Produkte selbst gewählt werden müssten. Am Ende könnte die Rendite aber wesentlich höher sein.