Düsseldorf - Sparer mit hohem Sicherheitsbedürfnis haben es seit längerem nicht leicht. Denn aufgrund der niedrigen Zinsen gibt es auf Tages- und Festgeldkonten wenig Rendite. Wer hier Gewinne einfahren will, muss sehr aufmerksam sein.

Viel können Sparer im Moment nicht erwarten: 1,0 Prozent oder 1,25 Prozent - mehr Zinsen zahlen die meisten Geldinstitute für Einlagen auf Tages- und Festgeldkonten derzeit kaum. Auch das gute alte Sparbuch, Bausparverträge und Schatzbriefe versprechen keinen höheren Gewinn. Wer trotzdem nicht in Aktien investieren will, sollte sein Geld zumindest nicht zu langfristig anlegen, um für bessere Zins-Zeiten gewappnet zu sein.

"Grundsätzlich gilt erst einmal: Jeder lässt seinen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto", empfiehlt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Wer darüber hinaus noch Geld zur Verfügung hat, der sollte es zumindest nicht in Verträge anlegen, die länger als drei Jahre laufen, sagt Scherfling. In der derzeitigen Lage lohne es sich nicht, sein Geld für beispielsweise sieben bis zehn Jahre anzulegen. Der Nachteil bei kurzfristigen Anlagen: "Es wird aktuell schwierig, bei Laufzeiten bis zu drei Jahren eine Verzinsung von zwei Prozent zu erreichen."

Die Verträge sollten eher mit Direktbanken geschlossen werden, empfehlen sowohl Pamela Bässler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart als auch Ariane Lauenburg von der Zeitschrift "Finanztest" in Berlin. "Dadurch kann man wenigstens noch ein bisschen Rendite machen", sagt Bässler. Die Verträge werden entweder online abgeschlossen oder über den Postweg beziehungsweise per Telefon gepflegt. Auch Direktbanken aus dem europäischen Ausland, beispielsweise aus Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden oder Großbritannien seien vertrauenswürdig, meint Lauenburg. Wer hier maximal 100 000 Euro anlege, könne sich sicher sein, sein Geld selbst im Falle einer Bankenpleite schnell zurückzuerhalten.

Die Zinsen, die Banken derzeit auf Festgeldkonten zahlen, variieren je nach Dauer der Anlage. Für dreimonatige Verträge erhalten Sparer auch bei Direktbanken maximal rund ein Prozent. Investiert ein Sparer hier 5000 Euro, erhält er weniger als 14 Euro Zinsen. Besser sieht es bei einjährigen Konten aus, da können es bis zu 1,75 Prozent Zinsen sein. Bei einem Sparbetrag von 5000 Euro sind es am Ende knapp 90 Euro. Eine Alternative können Sparbriefe mit einer Laufzeit von zwei Jahren sein. Bei einer Verzinsung von 1,90 Prozent stünden bei einem Sparbetrag von 5000 Euro am Ende 190 Euro Zinsen.

Scherfling rät, Konditionen mehrerer Banken für Anlagen von bis zu drei Jahren zu vergleichen und gegebenenfalls die Bank zu wechseln. "Es muss ja nicht alles bei einem Institut liegen." Sinn mache der Wechsel vor allem bei Festgeldkonten, weil diese über mehrere Monate oder Jahre einen festen Zinssatz hätten. Bei Tagesgeldkonten wechselt der Zinssatz so häufig, dass es für viele Verbraucher zu anstrengend sei, sich ständig um ein neues Konto zu bemühen.

In der Tat sind die Gewinnspannen zwischen den einzelnen Anbietern minimal. Wer sich für ein Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von einem Prozent entscheidet, erhält bei einer Einlage von 5000 Euro für einen Monat 4,17 Euro. Bei 1,30 Prozent Zinsen sind es 5,42 Euro. Allerdings können die Zinssätze monatlich schwanken. Planbar ist eine höhere Rendite also nur kurzfristig.

Wer doch noch ein paar Euro erübrigen kann, die er nicht sofort wieder ausgeben muss, dem legt Bässler trotz aller Risiken Aktienfonds ans Herz. "Man kann bei Aktien auch mit einem Sparplan anfangen." Der funktioniere wie ein Dauerauftrag, monatlich oder vierteljährlich werde damit in Aktien investiert. Das senke das Risiko, einmal zu teuer Wertpapiere einzukaufen. Die Investition lohne sich auch schon bei geringen Beträgen. "Aber natürlich gilt auch hier, dass man Kursschwankungen aushalten muss."