Hamburg - Gut für die Umwelt und gut für die Rendite? Bei der Geldanlage ist Sparern nicht immer nur der Ertrag wichtig. Manche wollen mit ihrem Geld ökologische Aspekte unterstützen. In der Praxis kann die Suche nach passenden Produkten aber mühsam sein.

Bei der Geldanlage kommt es Anlegern nicht immer nur auf die Rendite an. "Viele wollen mit ihrem Geld auch Gutes tun", sagte Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf der Internationalen Konferenz zu Finanzdienstleistungen in Hamburg. Allerdings sind nachhaltige Finanzprodukte nicht immer leicht zu finden. "Wenn Sie nicht gerade zu einer grünen oder ethischen Bank gehen, müssen Sie das aktiv angehen." Drei Tipps für Anleger auf der Suche nach Produkten, die ethische, soziale oder Umweltstandards erfüllen:

Anlagekriterien definieren: Vor der Suche sollten Sparer erst überlegen, welche Ziele sie erreichen wollen. "Jeder hat eine andere Vorstellung davon, was ihm wichtig ist", sagte Oelmann. Während manche Kunden beispielsweise Investments in Atomkraftwerke ablehnten, sei das für andere weniger problematisch. Je strenger die Kriterien, desto schwieriger sei unter Umständen die Suche.


Umfassend informieren: Wer nur zu seiner Hausbank geht, wird mitunter nur wenige Produkte finden. "Oft werden nachhaltige Geldanlagen auch nur auf Nachfrage angeboten", sagte Oelmann auf der vom Institut für Finanzdienstleistungen veranstalteten Tagung. Daher sollten Kunden immer auch bei anderen Anbietern nach Produkten suchen. "Schauen Sie zum Beispiel auch nach börsengehandelten Indexfonds", verwies die Expertin auf ETFs. Einige davon bildeten nachhaltige Indizes ab.


Risiken erkennen: Waldfonds, Windparks oder eine Beteiligung am Solarpark - manche grünen Finanzprodukte bergen besondere Risiken. "Bei geschlossenen Fonds oder Genussrechten besteht immer die Gefahr, dass das Geld bei einer Insolvenz verloren geht", sagte Oelmann. Wer dieses Risiko eingehen will, sollte deshalb nur einen Teil seiner Ersparnisse investieren.