Frankfurt/Main - Tagesgeldkonten bringen derzeit wenig Zinsen. Sie lohnen sich nur, wer flexibel an sein Geld kommen will. Und wer bereit ist, häufig das Konto zu wechseln.

Mit Zinserträgen können Sparer im Moment kaum reich werden. Denn für die Ersparnisse ihrer Kunden zahlen die meisten Geldinstitute wenig. Daran wird voraussichtlich sich so schnell auch nichts ändern. Schon Anfang Juni könnte die Europäische Zentralbank (EZB) weitere Schritte in ihrer Zinspolitik beschließen. "Sollten die Zinsen weiter gesenkt werden, könnten auch die Zinssätze für Tagesgeldkonten unter Druck geraten", erklärt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Allerdings werden die Institute die Zinssenkung nicht sofort an die Kunden weitergeben.

Dennoch kann sich ein Tagesgeldkonto für Kunden lohnen. "Mit guten Angeboten können Sie immer noch die Inflationsrate schlagen", sagt Herbst. Laut FMH bieten Institute Kunden für Einlagen auf einem Tagesgeldkonto bis zu 1,3 Prozent Zinsen. Die Inflationsrate lag im Euroraum im April bei 0,7 Prozent, in Deutschland bei 1,1 Prozent. "Einige Institute garantieren ihre vergleichsweise hohen Zinssätze auch bis zu zwölf Monate", hat der Finanzexperte beobachtet.

Wer mit den Zinsen seines Geldinstituts nicht zufrieden ist, sollte sich überlegen, ob ein Wechsel infrage kommt. "Rechnen Sie sich das vorher doch mal aus", sagt Herbst. Wer zum Beispiel 10 000 Euro anlegt und 1,3 Prozent Zinsen bekommt, kann im Jahr mit rund 65 Euro rechnen. Bei einem Zinssatz von 1,0 Prozent bekomme der Sparer 50 Euro. "Ob die rund 15 Euro Unterschied einen Wechsel rechtfertigen, müssen Sie selbst entscheiden."