Hamburg - Eine vergessene Kerze löst einen Brand aus, Einbrecher zerstören die Einrichtung, die Waschmaschine setzt die Küche unter Wasser: Wer keine Hausratversicherung hat, muss das alles selbst ersetzen. Aber auch nicht jede Police ist ratsam.

Sinnvoll ist eine Hausratsversicherung für fast jeden. "Je wertvoller die Einrichtung, desto wichtiger", erklärt Martin Oetzmann vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Für Studenten oder Azubis, die ihre erste eigene Wohnung beziehen und keine teuren Möbel besitzen, ist sie nicht erforderlich.

Bei der Überlegung, ob man eine Versicherung benötigt oder nicht, hilft folgende Faustregel: "Man sollte sich überlegen, welchen Schaden man finanziell verkraften kann und welcher einen in den Ruin treibt", sagt Karin Roller, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Fünf Punkte, auf die es ankommt:

Preise vergleichen: Passende Policen müssen nicht teuer sein. Die Stiftung Warentest hat für die Zeitschrift "Finanztest"
116 Tarife getestet. Dabei kam heraus: "Teure Verträge kosten dreimal so viel wie günstige." Das günstigste Angebot lag für den Modellfall einer Wohnung in Hannover bei 115 Euro jährlich. Das teuerste Angebot kam auf einen Jahresbeitrag von 531 Euro. Beim Preis kommt es aber stark darauf an, wo man wohnt. Denn die Versicherer teilen Deutschland in Risikozonen auf. Hannover ist eher eine mittlere Risikozone.


Versicherungswert richtig schätzen: Wie viel ist der Hausrat wert? Diese Frage sollte möglichst genau beantwortet werden. "Ist der Wert zu hoch angesetzt, bin ich überversichert und zahle zu hohe Beiträge", erklärt Oetzmann. "Setze ich den Wert zu niedrig an, bekomme ich im Schadensfall nicht alles ersetzt."

Wer nicht jeden einzelnen Gegenstand seines Hausrats auflisten möchte, kann seinen Hausrat auch pauschal versichern lassen. Die Versicherer gehen in diesem Fall häufig von einem Wert von 650 Euro pro Quadratmeter aus. "Aber besser ist es, die Versicherungssumme individuell zu berechnen", sagt Oetzmann. Denn die Quadratmetervariante kann sich negativ auswirken.

Falls man eine große Wohnung hat, kommt man auf eine hohe Versicherungssumme. Ist der Wert des Mobiliars niedriger, wird der Beitrag unnötig hoch. Ist die Wohnung hingegen klein, schrumpft auch der Beitrag. Übersteigt aber der Hausratwert die Versicherungssumme, ist man unterversichert.

Passenden Schutz wählen: Die Hausratversicherung sollte Schäden durch Einbruch, Diebstahl, Feuer und Sturm abdecken. "Darüber hinaus kann man sich überlegen, ob man sich auch gegen Schäden von Erdbeben oder Überschwemmungen versichern möchte. Das kommt aber auf den Wohnort an", sagt Roller.

Oetzmann empfiehlt, dass Überspannungsschäden bis zu 5000 Euro ersetzt werden sollten. Auch Schäden durch Wasser oder sonstige wärmetragende Flüssigkeiten etwa aus Solarheizungsanlagen sollten versichert sein. Wertsachen sollten laut Oetzmann mit mindestens 20 Prozent der Versicherungssumme versichert sein.

Auf günstige Bedingungen achten: Zu empfehlen sind Hausratsversicherungen, bei denen der Versicherer im Schadensfall nicht überprüft, ob man grob fahrlässig gehandelt hat. Grob fahrlässig ist in den Augen der Versicherer, wenn man zum Beispiel ein Fenster im Erdgeschoss bei Abwesenheit nicht schließt. Der Versicherer darf in solchen Fällen seine Leistungen kürzen.

Pflichten beachten: Im Schadensfall müssen Kunden die Obliegenheitspflichten befolgen. Dazu gehört zum Beispiel, einen Einbruch, Vandalismus oder Brand sofort bei der Polizei anzuzeigen und eine Stehlgutliste anzufertigen. Danach sollte man alles detailliert der Versicherung melden. "Andernfalls kann der Versicherer die Zahlung verweigern", sagt Oetzmann.