Düsseldorf - Zinsen fallen, Aktien steigen: Nach der Zinssenkung durch die EZB kletterte der Dax zum ersten Mal über die Marke von 10 000 Punkten. Kann sich da ein Einstieg noch lohnen?

Es ist geschafft: 26 Jahre nach seiner Einführung hat der deutsche Aktienindex Dax am Donnerstag (5. Juni) erstmals die Marke von 10 000 Punkten überschritten. "Das ist vor allem eine psychologisch wichtige Marke", erklärt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Düsseldorf. Gestützt wurde die Entwicklung von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins auf 0,15 Prozent zu senken.

Doch was bedeutet das für Anleger? Ist es ratsam, jetzt Aktien zu kaufen? Die Antwort: Es kann sich auszahlen. Jürgen Kurz geht sogar noch weiter: "Ohne Aktien geht es nicht", sagt der Experte. Denn mit Zinsen könnten Sparer kaum Rendite erwirtschaften. "Viele Anleger schätzen Aktien falsch ein, weil sie glauben, dass es dabei nur um Spekulation geht", erklärt Kurz. "In Wirklichkeit beteiligen sich Aktionäre aber direkt am Produktivkapital." Drei wichtige Regeln:

Nur einen Teil des Vermögens investieren: Eine alte Börsenweisheit lautet: Lege nie alle Eier in einen Korb. Daher sollten Sparer auch nicht ihr gesamtes Vermögen in Aktien stecken, sondern über mehrere Anlageklassen verteilen. Auf diese Weise können auch zwischenzeitliche schwache Kursphasen durchgehalten werden.


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lage breit streuen: Anleger, die nicht in Einzelaktien, sondern in marktbreite Indexfonds investieren, gehen weniger Risiko ein. Denn fällt eine Aktie in dem Fonds, kann der Kursgewinn eines anderen Wertpapiers den Verlust wieder ausgleichen. Dabei gilt: Je mehr, desto sicherer. Der MSCI World Index etwa enthält insgesamt etwa 1600 Wertpapiere. "Breit zu streuen ist das A und O", sagt Kurz.


Langfristig dabei bleiben: Wer sich vor dem Rekordhoch fürchtet, sollte wissen: Der Kaufzeitpunkt ist bei Aktien nicht unbedingt entscheidend. "Solange die Wirtschaft insgesamt wächst, werden auch Aktienkurse weiter steigen", erklärt Kurz. Wichtig ist für Anleger, auf lange Sicht dabeizubleiben. Dann können Kursrückschläge in der Regel immer ausgeglichen werden.