Berlin - Gold als Geldanlage gilt als robust. Auch Silber wird von vielen als solide angesehen. Vor allem in der derzeitigen unsicheren Lage schwören Sparer auf Edelmetalle. Wer investiert, sollte aber bedenken: Diese Anlage ist alles andere als risikolos.

Der Glanz von Gold kann blenden. Mitunter auch Sparer. Viele glauben, das Edelmetall-Investment sei die sicherste aller Geldanlagen. Das erweist sich aber in der Realität oft genug als Trugschluss. "Zwar wird Gold definitiv immer einen Wert behalten", sagt Roland Aulitzky von der Stiftung Warentest. "Aber es ist auch ganz klar ein Spekulationsgut." Sieben Fakten über die Anlage in Edelmetalle:

Der Preis entwickelt sich nicht nur in eine Richtung:Edelmetalle unterliegen Preisschwankungen. "Die Märkte sind unberechenbar", sagt Aulitzky. Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Banken hat der Goldpreis etwa von Anfang 2013 bis Anfang 2014 um rund 30 Prozent nachgegeben. "In den zehn Jahren davor hat sich der Goldpreis allerdings verdreifacht", erklärt Julia Topar vom Bankenverband.


Rendite wird nur über den Preis erzielt: Edelmetalle bringen im Gegensatz zu Sparprodukten und Wertpapieren keine Zinsen oder Dividenden. Ein Ertrag winkt nur, wenn Anleger ihr Gold oder Silber zu höheren Preisen verkaufen können, als sie selbst dafür bezahlt haben. Wie sicher ein Investment in Edelmetalle ist, hängt nicht zuletzt von der konkreten Produktklasse ab. "Silber hat im Vergleich zu Gold stärker an Wert verloren", sagt Topar.


Möglichkeiten für ein Edelmetall-Investment gibt es viele: Sie reichen von sogenanntem physischem Gold oder Silber in Form von Barren, Münzen und Schmuck über Aktien von Unternehmen, die in der Goldbranche tätig sind bis hin zu Investmentfonds, Gold-ETFs oder Goldzertifikaten. "Bei einigen dieser Produktklassen, etwa Zertifikaten, droht das Risiko eines Totalverlustes", warnt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


Gold ist nicht immer steuerfrei: Sogenanntes Anlagegold kann in Deutschland mehrwertsteuerfrei erworben werden - darauf weist Julia Topar hin: "Hierzu gehören handelsübliche Goldbarren und Goldmünzen, die nach 1800 geprägt wurden, gesetzliche Zahlungsmittel sind oder waren und deren Marktpreis sich im Wesentlichen nach ihrem Goldgehalt bestimmt." Andere Goldmünzen sowie Goldschmuck sind dagegen mehrwertsteuerpflichtig.


Bei Goldbarren und -münzen sind die Veräußerungsgewinne grundsätzlich steuerfrei, wenn zwischen Erwerb und Verkauf mehr als zwölf Monate liegen. Auf Gewinne aus einer Anlage in börsengehandelte Goldzertifikate wird Abgeltungssteuer erhoben.

Je größer, desto billiger:Eine Goldmünze mit einem Feingewicht von einer Unze ist billiger zu erwerben als zehn Münzen zu je einer Zehntel Unze Gold, ein Goldbarren zu 100 Gramm Gold ist preisgünstiger als zehn Barren zu je zehn Gramm. "Diejenigen, die preiswert Gold kaufen möchten, sollten daher eher größere Stückelungen bevorzugen", rät Topar.


Gold kann immer wieder verkauft werden: Schon im Vorfeld des Kaufs von Edelmetallen wie physisches Gold, Silber oder Bronze sollten Sparer prüfen, wo sie es wieder verkaufen können. "Grundsätzlich kommen Banken und Sparkassen, Juweliere, Gold- oder Münzhändler, aber auch Verkäufer im Internet in Betracht", erklärt Scherfling. Grundsätzlich müssen Verbraucher auch vor Fälschungen auf der Hut sein. "Banken garantieren für die Echtheit der von ihnen angebotenen Goldmünzen und -barren", erklärt Topar.