Frankfurt/Main - Banken bekommen ihr Geld fast umsonst, nehmen aber weiterhin hohe Zinsen für die Überziehung des Kontos. Doch die Zinssätze sind nicht überall gleich. Wer sein Konto oft überzieht, sollte die Kreditkosten im Blick behalten.

Das niedrige Zinsniveau macht sich auch bei Dispokrediten bemerkbar. "Einige Banken geben die EZB-Leitzinssenkung freiwillig an ihre Kunden weiter", hat Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main beobachtet. So haben einige Geldinstitute ihre Zinssätze gesenkt. Allerdings seien sie dazu eigentlich nicht verpflichtet. "Denn die betreffenden Zinssätze orientieren sich meist am Euribor", erklärt Herbst. Das ist der Referenzzinssatz, zu dem sich 57 namhafte europäische Banken untereinander Geld leihen.

Trotz der jüngsten Anpassung ist der Dispokredit immer noch teuer. Durchschnittlich müssen Kunden laut FMH 10,16 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie ihr Konto überziehen. Dieses Niveau ist durch die Zinssenkungen einiger Institute nicht spürbar gesunken. Im Mai lag der durchschnittliche Zinssatz für Dispokredite noch bei 10,17 Prozent. Zum Vergleich: Für einen Ratenkredit werden im Schnitt 5,52 Prozent Zinsen fällig.

Grundsätzlich sollten Verbraucher die Entscheidung für ein Girokonto nicht nur von der Höhe des Dispozinssatzes abhängig machen. Wichtig ist, dass das Gesamtangebot zu den eigenen Bedürfnissen passt. "Kontoführungsgebühren, Überweisungskosten, Gebühren für das Geldabheben am Automaten - all das spielt eine Rolle", erklärt Herbst. Unter dem Strich könnten diese Ausgaben weit stärker zu Buche schlagen als ein höherer Zinssatz für den Dispokredit.