Berlin - Geld auf die hohe Kante legen: Das scheint für viele Menschen in Deutschland selbstverständlich zu sein. Laut einer Umfrage legt die Mehrheit der Sparer sogar fast alles an, was nicht unmittelbar ausgegeben wird.

Die niedrigen Zinsen halten die Deutschen nicht vom Sparen ab. Einer aktuellen Umfrage zufolge legen sie sogar fast alles an, was sie nicht für den unmittelbaren Konsum ausgeben. Sie würden aber gerne noch höhere Beträge zur Seite legen, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) mitteilte. Das Institut TNS Infratest hatte im Auftrag des BVR im April rund 2000 Bundesbürger zu ihrem Sparverhalten befragt.

Der maximal mögliche monatliche Sparbetrag der Befragten lag nach dem Umfrage-Ergebnis bei durchschnittlich 203 Euro. Tatsächlich hätten sie 194 Euro geparkt, also 96 Prozent davon. Um ihre Ziele erfüllen zu können, wäre nach Einschätzung der Befragten jedoch im Durchschnitt 265 Euro nötig. Demnach gebe es zwischen Sparwunsch und tatsächlich zurückgelegtem Geld eine Sparlücke von 71 Euro, rechnet der BVR vor.

Vor zwei Jahren hatte die gleiche Umfrage einen Maximalbetrag von 185 Euro ergeben, einen Sparbetrag von 165 Euro und ein Sparziel von 234 Euro pro Monat.

"Auch wenn sie ihre individuellen Sparziele nicht erreichen, Sparmuffel sind die Deutschen deshalb nicht", bemerkte BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin. Der Großteil wisse um die hohe Bedeutung der privaten Altersvorsorge. Der BVR rechnet für 2014 wie im Vorjahr mit einer Sparquote der privaten Haushalte von 10 Prozent. Von 2008 bis 2013 hatte der Sparanteil sich von 11,5 auf 10 Prozent verringert.