Düsseldorf - Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite - das sind die Ecken des magischen Dreiecks der Geldanlage. So bezeichnen Experten die Grundlage aller Investitionen. Inzwischen hat die Form aber noch eine weitere Ecke bekommen.

Es ist der Klassiker für jeden, der sich mit Geldanlagen beschäftigt: das sogenannte magische Dreieck, an dessen Spitzen die Werte Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite stehen. "Wer dieses System versteht, weiß, wie er Fehler vermeiden kann", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Egal, für welches Produkt ein Anleger sich entscheide, er finde sich damit in diesem Dreieck wieder. Wichtig zu wissen: "Man kann niemals alle drei Ziele gleichzeitig erreichen." Ein Überblick:

Verfügbarkeit: "Man sollte immer Liquidität haben", empfiehlt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg. Zwei bis drei Netto-Monatsgehälter solle ein Verbraucher nach Möglichkeit immer auf einem Tagesgeldkonto haben - für die plötzliche Autoreparatur oder den Urlaub. "Wenn ich allerdings nur sage, mir ist ausschließlich Liquidität wichtig, gibt es aber immer noch eine große Spannbreite", erklärt Scherfling. Denn sowohl bei einem Tagesgeldkonto als auch bei Aktien- beziehungsweise Investmentfonds könne der Kunde schnell auf sein Geld zugreifen. "Da liegen aber Welten zwischen." Deswegen sei es wichtig, dass sich der Kunde darüber klarwerde, ob er abgesehen von der Verfügbarkeit mehr Wert auf Sicherheit oder auf Rendite lege.


Sicherheit: "Das größte Spannungsverhältnis besteht im Dreieck zwischen Sicherheit und Rendite", erklärt Klug. Wer in erster Linie auf die Sicherheit achte, müsse immer mit niedrigeren Erträgen rechnen. Die sichersten Produkte seien Festgelder und Sparbriefe. "Festgelder sollten Sparer zur Zeit für maximal drei Jahre anlegen, am besten bei einer Direktbank", rät Klug. Daneben gelten Rentenfonds noch als sicher, ergänzt Karin Baur von der Zeitschrift "Finanztest". Dabei handelt es sich um Investmentfonds, die ihr Geld überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere stecken.


Rendite:Wer ausschließlich Wert auf Rendite legt, der kann in die riskantesten Geschäfte investieren. "Dann wäre theoretisch alles möglich, sogar geschlossene Fonds oder Optionsscheine", findet Ralf Scherfling. Einem durchschnittlichen Anleger rate er von diesen Investitionen aber aufgrund möglicher hoher Kursschwankungen oder dem Risiko eines Totalverlustes ab. "Optionsscheine und geschlossene Fonds sind nur etwas gut informierte, professionelle Anleger, die solche hohen Risiken finanziell eingehen können und wollen."


Klug rät zu Fonds oder Fondssparplänen. "In Betracht kommen in erster Linie Fonds, die einen Index abbilden, Kosten geringer sind. Der Investor solle aber auf eine breite Streuung achten." Wer einmalig eine größere Summe anlegen wolle, müsse berücksichtigen, dass die Kurse zurzeit sehr hoch stehen. Es könne zu Verlusten kommen, falls sie demnächst sinken. "Wer keinen Sparplan anfangen will, sollte zumindest überlegen, ob er statt einer einmaligen Zahlung seine Investition auf beispielsweise vier Tranchen im Abstand von mehreren Monaten aufteilt", sagt Klug. So könnten Kursschwankungen besser aufgefangen werden.

Ein Punkt, der erst in letzter Zeit zu den klassischen Anlagekriterien hinzugekommen ist, ist die Nachhaltigkeit. Zu den nachhaltigen Investitionen gehöre beispielsweise eine Beteiligung an einem Wind- oder Solarpark, erklärt Thomas Pfister von der Verbraucherzentrale NRW. "Eine solche unternehmerische Beteiligung ist aber sehr risikoreich, weil hier auch ein Totalverlust des Geldes möglich ist." Aber es gebe auch Aktien-, Renten- und Mischfonds, die auf Wertpapiere von nachhaltig produzierenden Unternehmen setzten.

Der Anspruch der Fondsmanager sei allerdings sehr unterschiedlich und decke sich nicht immer mit dem der Anleger. Es sei also wichtig, vor einer Investition genau die Zusammensetzung des Fonds zu prüfen. Darüber hinaus gebe es natürlich einige nachhaltige Banken, bei denen Kunden sichere Geldanlagen wie Tages- oder Festgeld erwerben können. Vor dem Kauf gilt: "Ich sollte erst einmal prüfen, ob ein Produkt zu meinen Anlagezielen, meinem Sicherheitsbedürfnis beziehungsweise meiner Renditeerwartung passt", empfiehlt Pfister. Erst danach sei es sinnvoll, es auf Kriterien wie die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards zu kontrollieren.

Kein Sparer - vorausgesetzt, er hat das Geld dazu - sollte lediglich Wert auf eine Spitze des Dreiecks legen. "Unser Tipp ist, dass man versucht, sein Depot auszutarieren", sagt Karin Baur. "Man braucht ein paar liquide Anlagen wie Tagesgeld, ein paar sichere wie ein mehrjähriges Festgeld und ein paar renditeträchtige."