Berlin - Alle Krankenkassen müssen die gleiche Grundversorgung anbieten. Das sieht das Gesetz vor. Aber sie dürfen Extraleistungen anbieten - und immer mehr tun das in immer größerem Umfang, hat die Stiftung Warentest ermittelt.

Immer mehr gesetzliche Krankenkassen haben Extraleistungen für ihre Versicherten im Programm. Die Stiftung Warentest hat das Angebot von 82 Kassen mit rund 96 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland untersucht. 33 Kassen bieten zum Beispiel für Schwerkranke das Einholen einer zweiten Meinung eines ausgewiesenen Spezialisten an - vor einem Jahr waren es nur 11. Eine sportmedizinische Untersuchung bieten 27 an - das sind doppelt so viele wie in 2013, berichtet die Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 09/2014).

Die meisten Krankenkassen bieten inzwischen auch eine Beteiligung an den Kosten für je zwei Gesundheitskurse aus den Bereichen Stressmanagement, Bewegung, Ernährung und Suchtprävention an. Außerdem gehören Medizinhotlines und die Vermittlung von Facharztterminen zum erweiterten Angebotskatalog.

Doch Sabine Baierl-Johna von der "Finanztest" schränkt ein: "Es gibt so mannigfache Möglichkeiten, wo Krankenkassen Vorteile bieten können, aber tatsächlich ist es so, dass es keine Kasse gibt, die das Maximale in allen Bereichen hat."

So sollten Verbraucher genau überlegen, was sie in Anspruch nehmen müssten: "Wenn Sie zum Beispiel eine Auslandsreiseimpfung benötigen, kann das auch schon bis an die 100 Euro kosten - so viel wäre das wert", sagt Baierl-Johna. "Oder Sie haben Rückenschmerzen und wollen sich osteopathisch behandeln lassen, da bezahlen einige Krankenkassen sehr viel, bis zu 600 Euro pro Jahr."