Hamburg - Eine Berufsunfähigkeitsversicherung springt ein, wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann. Allerdings ist Vertrag nicht gleich Vertrag. Deshalb lohnt es sich, vor der Unterschrift die Angebote genau zu vergleichen.

Immer wieder werben Versicherungen mit Aktionsangeboten um neue Kunden. So bieten einige Unternehmen bei Berufsunfähigkeitspolicen (BU) zum Beispiel eine vereinfachte Gesundheitsprüfung. Kunden sollten allerdings nicht blind zugreifen. "Es kommt vor allem auf gute Vertragsbedingungen an", sagt Martin Oetzmann vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Deshalb lohnt ein Vergleich. Die
wichtigsten Punkte im Überblick:


Leistungen richtig wählen: Grundsätzlich zählt die BU zu den wichtigen Versicherungen. Sie tritt ein, wenn Versicherte ihren Beruf durch Krankheit oder Unfall längerfristig nicht mehr ausüben können. In diesem Fall wird eine monatliche Rente gezahlt. "Dieser Betrag sollte hoch genug sein, um den Lebensstandard zu halten", rät Oetzmann. Die Leistung der BU sollte daher die staatliche Unterstützung entsprechend ergänzen.


Bedingungen prüfen:Die Vertragsklauseln können so manche Falle enthalten. "Hier sollten Sie gut hinschauen", sagt Oetzmann. So sollte die Police auf die "abstrakte Verweisung" verzichten. Denn diese Klausel erlaubt es Versicherern, den Kunden im Ernstfall in einen anderen Beruf zu verweisen - unabhängig davon, ob es in dem Beruf auch offene Stellen gibt.


Früh abschließen:Damit die Beiträge nicht zu hoch sind, sollte ein Vertrag so früh wie möglich und bei guter Gesundheit abgeschlossen werden. "Ein guter Zeitpunkt kann der Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums sein", erklärt Oetzmann. Denn je später sich ein Kunde für eine Police entscheidet, desto eher können Erkrankungen einen Vertragsabschluss erschweren. Laut BdV ist ein Vertrag bei voller Gesundheit mit 40 Jahren etwa 40 Prozent teurer als mit 30 Jahren.


Ehrlich sein: Bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen sollten Versicherte auf jeden Fall sorgfältig sein. "Sonst kann es im Ernstfall zu Problemen kommen", warnt der Experte. Allerdings ist nicht jedem Verbraucher klar, welchen Stellenwert die einzelnen Fragen haben. "Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie sich auch an ihren Hausarzt wenden", empfiehlt Oetzmann. Dieser könne beim Ausfüllen helfen.