Berlin - Spendensammler haben in der Weihnachtszeit alle Hände voll zu tun. Dann sind viele Menschen besonders großzügig. Damit das Geld auch da ankommt, wo es hin soll, müssen Spender aber mitdenken. Einfach nur ein paar Scheine lockermachen, reicht nicht.

In den Wochen vor Weihnachten hat Spenden Hochkonjunktur. Wer anderen helfen will, hat dann die Qual der Wahl. Und nicht nur das - es gibt auch sonst einiges zu beachten:

Wohin mit der Spende?


Die Zahl der Hilfsorganisationen scheint unüberschaubar. Die einen kümmern sich um Menschen in Not, andere um Natur und Umwelt, wieder andere um Tierschutz. Ein Blick auf eigene Interessen und Hobbys kann die Entscheidung erleichtern. Nicht immer muss die Zuwendung einer Organisation zugutekommen, die bundesweit aktiv ist. Häufig tun auch Projekte direkt um die Ecke Gutes.

Wie die Seriosität des Hilfswerks testen?


Vor ihrer Entscheidung informieren sich Spender am besten gründlich über die ausgewählte Organisation. Auf deren Homepage und im Tätigkeitsbericht sollten Einnahmen und Ausgaben nachvollziehbar offengelegt sein. "Die Bereitschaft, Auskunft zu geben, ist ein wesentliches Kriterium für Vertrauenswürdigkeit", sagt Burkhard Wilke vom
Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Es prüft die Seriosität von Spendenorganisationen. Sie bekommen ein Siegel, an dem sich Spender orientieren können. Der Dachverband
Deutscher Spendenrat listet ebenfalls vertrauenswürdige Helfer auf.


Sind Geld- oder Sachspenden besser?


Den meisten Organisationen ist Geld lieber. "Es kann flexibler und effizienter eingesetzt werden", sagt Wilke. Sach- oder Lebensmittelspenden sollten nur auf ausdrücklichen Wunsch gegeben werden, denn oft gibt es Probleme beim Transport. Wer seine Spende von der Steuer absetzen will, braucht in der Regel eine Quittung. Bei Spenden im Wert von bis zu 200 Euro reicht ein Einzahlungsbeleg, bei Sachen zählt der reale Wert.

Auf welchem Weg lässt sich Geld spenden?


Geldspenden sollen zügig und kostengünstig ankommen. Der klassische Weg führt über Banküberweisung, Lastschrift oder Online-Banking. Online spenden geht ebenfalls: Viele Hilfswerke bieten auf ihren Websites Spendenformulare oder -buttons an. Im Internet haben sich außerdem Spendenplattformen etabliert, auf denen potenzielle Geber Projekte recherchieren und diese gezielt unterstützen können. "Darauf achten, wer die Plattform anbietet und ob Transaktionskosten anfallen, die von der Spende abgezogen werden", rät Wilke. Dieser Tipp gilt auch für Spenden per SMS.

Was ist mit der Sammelbüchse?


In den Fußgängerzonen wird oft eifrig mit der Sammelbüchse geklappert. Das nervt zwar, ist aber legal. Die meisten Kommunen haben die Sammel-Erlaubnispflicht abgeschafft. Weil somit praktisch jeder um Bares bitten kann, ist Vorsicht geboten. Bei drastischen Plakaten, aggressiver Ansprache und Mitleidsmasche raten das DZI und der Deutsche Spendenrat Verbrauchern zur Zurückhaltung.

Bis zu welcher Höhe nickt der Fiskus Spenden ab?


Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen sind von der Einkommensteuer absetzbar. "Insgesamt können Spenden in Höhe von bis zu 20 Prozent der Gesamteinkünfte geltend gemacht werden", sagt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer (BStBK). Ein Arbeitnehmer mit 50 000 Euro Einkommen kann also maximal 10 000 Euro als Sonderausgabe eintragen, entsprechende Spendenquittungen vorausgesetzt. Alternativ kann der Empfänger solche Bescheinigungen elektronisch ans Finanzamt schicken. Für Zuwendungen bis zu 200 Euro entfällt die Spendenquittung.

Service:


Potenzielle Spender können beim DIZ telefonisch, per Mail oder
Internetseite Auskünfte über Spendenorganisationen einholen. Die Anfrage ist kostenlos.