Leipzig - An sechs der neun Amazon-Lager in Deutschland wird gestreikt. Es ist der bislang größte Ausstand bei dem Versandriesen - und das kurz vor Weihnachten. Laut Amazon werden die Pakete dennoch pünktlich geliefert.

Die Gewerkschaft Verdi hat den Streik bei Amazon auf ein sechstes Versandlager ausgeweitet. Mitarbeiter des Logistik-Zentrums in Koblenz (Rheinland-Pfalz) legten am Dienstagmorgen (16. Dezember) mit Beginn der Frühschicht um 5.00 Uhr die Arbeit nieder. Damit wird erstmals an sechs der neun deutschen Amazon-Standorte gleichzeitig gestreikt.

Bereits am Montag hatten Beschäftigte in Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern), Rheinberg und Werne (beide NRW) die Arbeit niedergelegt. Der Streik soll bis Mittwoch dauern. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich am ersten Tag fast 2300 Beschäftigte, Amazon sprach von rund 2100 Streikenden. Im Weihnachtsgeschäft arbeiten bei Amazon bundesweit nach Unternehmensangaben rund 10 000 Festangestellte und 10 000 Saisonkräfte.

Auch zu den Auswirkungen der Streiks gehen die Einschätzungen auseinander. Die Gewerkschaft berichtete von Störungen im Betrieb durch den Ausstand. Amazon bestritt das. Man habe sich mit dem europaweiten Netzwerk mit 28 Logistikzentren in sieben Ländern auf den Streik vorbereitet, sagte Unternehmenssprecherin Anette Nachbar. "Es ist kein Päckchen liegen geblieben." Und das gelte auch weiterhin.

Amazon hatte schon im Vorfeld Bestellungen über andere Logistikzentren im Ausland abgewickelt. Außerdem wurde beispielsweise am Standort Werne in Nordrhein-Westfalen laut Betriebsrat Frank Schrand vor dem Streik eine Sonntagsschicht eingelegt.