Stuttgart - Moderne Technik hat den Datenklau an deutschen Geldautomaten im Jahr 2014 auf ein Rekordtief gedrückt. Dennoch richtet "Skimming" Millionenschäden an. Verbraucher können sich davor schützen.

Klingt harmlos, ist aber manchmal riskant: Mit der Kreditkarte schnell den Einkauf zahlen oder für die Weihnachtsgeschenke noch Bargeld vom Automaten holen. Der Einsatz von Giro- oder Kreditkarten gehört für viele Verbraucher zum Alltag. Immer wieder versuchen Kriminelle allerdings, an die Daten oder die Geheimnummer zu gelangen. Beim sogenannten Skimming manipulieren sie zum Beispiel den Kartenschlitz am Geldautomaten oder Kontoauszugsdrucker. Oder sie bringen gefälschte Türöffner an. Verbraucher sind aber nicht wehrlos. Mit fünf einfachen Tipps können sie sich gegen Skimming schützen:

Auf Karten aufpassen: Wichtige Schutzmaßnahme ist der sorgsame Umgang mit den Giro- und Kreditkarten, erklärt die Polizeiliche Kriminalprävention der Ländern und des Bundes. Die Karten sollten sicher verstaut und die PIN immer getrennt von ihnen aufbewahrt werden.


Keine PIN am Türöffner eingeben: Der Kartenleser an der Tür der Bankfiliale hat nur die Funktion des Türöffners. Die PIN muss hier nicht eingegeben werden. Wird dies dennoch verlangt, sollten Kunden die Polizei und das Geldinstitut verständigen, raten die Experten.


Verdeckte Eingabe der PIN: Am Geldautomaten sollten Kunden darauf achten, dass ihnen bei der PIN-Eingabe niemand auf die Finger schaut. Zum nächsten Kunden sollte ein ausreichender Sicherheitsabstand bestehen. Während der PIN-Eingabe sollte das Tastaturfeld abgedeckt werden. Das erschwert das Ausspähen per Kamera.


Aufmerksam sein: Zusätzliche Leisten, abstehende oder lockere Teile, Kleberspuren - bei solchen Auffälligkeiten sollten Kunden den Geldautomaten besser nicht nutzen. Bei Verdacht auf Manipulation sollte ebenfalls die Polizei verständigt werden, um mögliche Spuren sichern zu können.


Kontoauszüge kontrollieren: Kunden sollten ihre Kontoauszüge immer wieder auf Unregelmäßigkeiten überprüfen. Bei Auffälligkeiten sollten sie sich möglichst schnell an ihre Bank wenden. Besteht der Verdacht, dass die Kartendaten ausgespäht wurden, sollten die Karten über die Bank oder den bundesweiten Sperrnotruf unter 116 116 gesperrt werden.

Schaden durch Datenklau gesunken
Datendiebe kommen an Geldautomaten in Deutschland immer seltener zum Zug. Nach dpa-Informationen sank 2014 die Zahl sogenannter Skimming-Angriffe auf ein Rekordtief - ebenso wie der Schaden durch das Ausspähen von Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden. In den ersten elf Monaten manipulierten Kriminelle bundesweit 134 Geldautomaten. Der Schaden durch Kartendubletten summierte sich auf rund 2,6 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2013 wurden Daten an 341 Geldautomaten ausgespäht, der Schaden belief sich auf 11,3 Millionen Euro. Erfahrungsgemäß steigen die Zahlen im Dezember - wenn überhaupt - kaum noch an.