Stuttgart - Der Dax schafft es zwischenzeitlich über 10 000 Punkte, der Ölpreis sinkt seit Monaten, und Gold ist billiger als vor Ausbruch der internationalen Krisen. Wer hatte das vorausgesehen?

Der rasante Anstieg vieler Aktienkurse oder der Preistiefstand beim Öl hat in dem Ausmaß auch viele Börsenkenner überrascht. "Diese Entwicklungen hat niemand Anfang des Jahres genau so vorhergesagt", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Und dennoch überbieten sich Analysten, Experten oder auch Wissenschaftler jedes Jahr aufs Neue mit ihren Vorhersagen. Anleger sollten aus Sicht von Nauhauser besser nicht hinhören.

"Prognosen sind immer schwierig und treten in den seltensten Fällen tatsächlich ein", findet Nauhauser. Für Anleger sind aus seiner Sicht selbst Vorhersagen von gestandenen Finanzexperten in der Regel wenig wert. So habe beispielsweise die angesehene US-Bank Goldman Sachs zu Zeiten der Finanzkrise einen Erdölpreis von 200 Dollar pro Fass und mehr vorhergesagt. Mitte Dezember kostete ein Barrel der Sorte Brent aber nur rund 59 Dollar. Die Deutsche Bank erwartete für 2014 einen DAX Stand von 11 000 Punkten, wovon der DAX derzeit aber noch 15 Prozent entfernt ist. Das zeigt: "Meist treten die Vorhersagen nicht ein, und wenn doch, dann ist das Zufall", sagt Nauhauser. "Das haben verschiedene Forscher weltweit schon mehrfach untersucht und belegen können. Da können Sie auch gleich eine Münze werfen."

Anleger sollten vor allem ihre eigenen Bedürfnisse bei der Geldanlage berücksichtigen. Grundsätzlich gilt: "Wer sein Geld über verschiedene Anlageklassen verteilt, minimiert sein Risiko", sagt Nauhauser. Von Kursschwankungen an den Börsen sollten Anleger sich am besten gar nicht beeinflussen lassen. "Denn ein Crash an der Börse ist im Prinzip genauso normal, wie es neue Höchststände sind." Wer die Kosten bei der Anlage minimiert und mit ruhiger Hand investiere, könne auf lange Sicht bei Aktien eine positive Rendite erwarten.