Berlin - Was Sparer ärgert, ist für Kreditnehmer eine Freude: die niedrigen Zinsen. Für Immobilienbesitzer kann es sich lohnen, über die Anschlussfinanzierung nachzudenken.

Selbst wenn die Zinsbindung des Kredites erst in einigen Jahren endet, können sie sich mit einem Forward-Darlehen die günstigen Konditionen jetzt sichern. Sollten die Zinsen in den kommenden Jahren steigen, zahlt sich das aus.

Die günstigste Anschlussfinanzierung bekommen Kreditnehmer, wenn die Zinsbindung ihres alten Darlehens bereits in den kommenden zwölf Monaten ausläuft, hat die Stiftung Warentest für die Zeitschrift "Finanztest" (Heft 5/2015) ermittelt. Die besten Anbieter im Test verlangen für einen Forward-Kredit mit zehn Jahren Zinsbindung nur etwas mehr als 1 Prozent Zinsen im Jahr. Darlehen mit einer 15-jährigen Zinsbindung gibt es ab 1,20 Prozent.

Aber auch wenn das Darlehen erst in zwei, drei oder vier Jahren ausläuft, kann sich ein Forward-Darlehen lohnen. Die günstigsten Angebote im Test liegen zwischen 1,36 Prozent und 2,01 Prozent. Damit ist eine solche Anschlussfinanzierung immer noch vergleichsweise günstig, obwohl bei Forward-Darlehen in der Regel ein kleiner Zuschlag fällig wird. Dieser liegt nach Angaben der Stiftung Warentest im Durchschnitt zwischen 0,37 Prozentpunkten und 0,87 Prozentpunkten.

Vor der Entscheidung für ein Forward-Darlehen sollten Besitzer gut vergleichen. Denn wie viel Zinsen der Kunde für seinen Anschlusskredit zahlt, hängt entscheidend von der finanzierenden Bank ab, heißt es in der "Finanztest"-Ausgabe. Bei den teuren Banken zahlen Kreditnehmer demnach mitunter mehr als doppelt so viel Zinsen wie bei den Top-Anbietern. Im Test summieren sich die Zinsunterschiede für einen 120 000-Euro-Kredit je nach Finanzierungsvariante auf 7100 bis 18 200 Euro.