Hamburg - Haftpflichtversicherungen sind wichtig. Denn sie springen ein, wenn ein Versicherter einen Schaden verursacht. Doch nicht immer reicht der Schutz auch aus.

"Besonders bei alten Verträgen sind die Versicherungssummen oft viel zu niedrig", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. "Früher betrug die Deckungssumme oft nur 1 bis 3 Millionen D-Mark." Umgerechnet sind das gerade mal 500 000 Euro bis 1,5 Millionen Euro. "In der privaten Haftpflichtversicherung sollte die Deckungssumme aber bei 5 bis 10 Millionen Euro liegen."

Versicherte sollten also einen Blick in ihre Vertragsunterlagen werfen. Wer dort einen alten Vertrag mit vergleichsweise niedrigen Deckungssummen findet, kann versuchen, ihn anpassen zu lassen. "Dazu müssen Sie sich an ihre Versicherung oder ihren Vertreter wenden", sagt Boss. Noch besser ist es aber in der Regel, einen neuen Vertrag abzuschließen. Der Grund: Die Versicherungsbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

"Inzwischen werden zum Beispiel auch Schäden versichert, die beim Verschicken von E-Mails entstehen können", erläutert Boss. "Das war früher gar nicht im Tarif enthalten." Auch bei Schäden, die durch nicht deliktfähige Kinder verursacht werden, springen die Haftpflichtversicherungen heute in der Regel ein. "Ein neuer Vertrag kann sich also lohnen", sagt Boss.

Mehr bezahlen müssen Kunden für eine neue Versicherung nicht unbedingt. Nach Angaben der
Stiftung Warentest sind neue Verträge mitunter sogar billiger als alte. Haftpflichtversicherungen mit "fast perfekten Vertragsbedingungen" sind schon für einen Jahresbeitrag von 96 Euro zu haben, wie der letzte Test im September 2014 ergab.


Generell sollten Versicherte regelmäßig einen Blick in ihre Verträge werfen. "Da die Bedingungen von Verträgen nicht laufend angepasst werden, sollten Sie alle drei bis fünf Jahre ihre Versicherungen überprüfen", rät Boss. "Spätestens, wenn sich Ihre Lebensumstände ändern, sollten die Versicherungen angepasst werden."