Stuttgart - Immobilien werden in der Regel über einen Kredit finanziert. Die Zinsen für diese Darlehen werden meist über einen längeren Zeitraum - oft 10 bis 20 Jahre - festgeschrieben. Doch die Zeit danach muss auch bedacht sein.

Nach Ablauf dieser Frist sind die Kredite meist noch nicht getilgt. Dann brauchen Immobilienbesitzer eine Anschlussfinanzierung, die zu dem dann gültigen Zinsniveau abgeschlossen wird, erklärt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.

Wer schon vor Ablauf der Zinsbindungsfrist die Konditionen der Anschlussfinanzierung festschreiben möchte, kann ein sogenanntes Forwarddarlehen abschließen. Möglich ist das bis zu fünf Jahre im Voraus. Die meisten Banken verlangen von ihren Kunden für die frühe Festlegung aber einen Aufschlag, der unterschiedlich hoch ist und im Mittel derzeit etwa bei 0,5 Prozentpunkten pro Jahr liegt.

Bei einem Forwarddarlehen mit Zinsbindung von zehn Jahren, das drei Jahre vor Auszahlung abgeschlossen wird, beträgt der Zinssatz beispielsweise statt regulär 1,4 Prozent mit Aufschlag 1,9 Prozent pro Jahr. Die Zinskosten sind dann rund ein Drittel höher als ohne den Forward-Aufschlag.

Ob sich ein Forwarddarlehen lohnt, zeigt sich aber erst in der Zukunft. Sinken die Zinsen, war der Abschluss ein schlechtes Geschäft. Steigen die Zinsen, können Hausbesitzer sich über den festen Zins freuen. Ein Forward-Darlehen erlaubt es außerdem, die Finanzierung besser zu planen.