Berlin (dpa) - Brutale Morde erschüttern das Hamburg der 1920er Jahre. In St. Pauli werden reihenweise zwielichtige Gestalten ermordet und in einem noblen Vorort der einflussreiche Reeder Brunswieck, dem der Mörder bizarrerweise Rosenblätter in den Mund gesteckt hat.

Kommissar Alfred Weber sieht erst keine Zusammenhänge, bis er entdeckt, dass die ehrenwerte Familie Brunswieck einige Leichen im Keller versteckt hat. Die bürgerliche Fassade bekommt zunehmend Risse und der Mörder schlägt erneut zu. Robert Bracks zweiter Historienkrimi mit Alfred Weber, "Die Morde von St. Pauli", bietet interessante Einblicke in eine Zeit, als die 20er Jahre tatsächlich "golden" waren und die Erschütterungen der Weimarer Republik noch kommen sollten.

Neuerungen wie die weibliche Kriminalpolizei verdeutlichen die Modernität der Zeit, die im krassen Gegensatz zu der in wenigen Jahren folgenden Barbarei steht. Leider hält die Handlung damit nicht ganz Schritt und verläuft eher schleppend mit wenigen Spannungsmomenten.

- Robert Brack: Die Morde von St. Pauli, Ullstein Verlag, Berlin, 432 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-548-28873-4.