Kohl-Zitate

„Was wir brauchen, ist eine geistig-moralische Wende.“ (Im Wahlkampf 1980)

„Entscheidend ist, was hinten rauskommt.“ (1984 zu seinem Regierungsstil)

„Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln.“ (Fernseh-Ansprache im Juli 1990)

„Meine Lebenserfahrung nach fast elf Jahren als Kanzler: Wenn irgendwo Geld gebraucht wird, wendet man stumm den Blick auf die Deutschen.“ (1993 auf dem europäischen Gipfel in Kopenhagen)

„Lassen Sie links und rechts die Leute krakeelen, die Karawane der Union zieht weiter.“ (1994 auf dem CSU-Parteitag in München)

Berlin (dpa) l Altkanzler Helmut Kohl starb im Alter von 87 Jahren, wie sein Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mitteilte. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, Kohl sei am Morgen in seinem Haus in Ludwigshafen gestorben. Seit einem Sturz und Schädel-Hirn-Trauma 2008 war Kohl schwer krank und saß im Rollstuhl. 2015 hatte sich sein Zustand deutlich verschlechtert, nach monatelangem Klinikaufenthalt kam er aber wieder zu Kräften. Im April 2016 hatte er zuhause in Oggersheim Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban empfangen. Zahlreiche Politiker haben die Leistung des gestorbenen Altkanzlers gewürdigt.

Kohl hat Deutschland von 1982 bis 1998 als Bundeskanzler regiert – 16 Jahre, so lange wie bisher niemand vor und nach ihm. Er war Wegbereiter der Europäischen Union und einer gemeinsamen Währung.

Als sein größter Erfolg gilt die deutsche Wieder- vereinigung. Kohl erkannte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989, dass das Fenster für die deutsche Einheit nur kurz geöffnet sein würde. Unter Hochdruck handelte er mit den Staats- und Regierungschefs der USA, Russlands, Großbritanniens, Frankreichs sowie den Verantwortlichen der Europäischen Union die Modalitäten dafür aus.

Reaktionen zum Tod von Helmut Kohl

Magdeburg (tw) l Der Tod von Helmut Kohl ist mit Trauer und Bestürzung aufgenommen worden. Politiker aller Parteien und auch der Papst würdigen die Verdienste des Altkanzlers.

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Stationen im Leben von Helmut Kohl

Bonn/Stendal (jl) l Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) ist im Alter von 87 Jahren gestorben. In seinem Leben besuchte er weltweit zahlreiche Orte. In Sachsen-Anhalt machte er unter anderem in Stendal und Leuna Halt.

  • Bundeskanzler Helmut Kohl (2.v.r.) winkt am 3. Oktober 1990 zum Geläut der Freiheitsglocke von der Freitreppe des Berliner Reichstages. Neben Kohl (von links) Außenminister Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl und Bundespräsident Richard von Weizsäcker. CDU-Parteichef und Bundeskanzler Helmut Kohl hat mit über 16 Jahren die Bundesrepublik Deutschland länger regiert als jeder andere Kanzler vor ihm. Archivfoto: dpa

    Bundeskanzler Helmut Kohl (2.v.r.) winkt am 3. Oktober 1990 zum Geläut der Freiheitsglocke v...

  • Bundeskanzler Helmut Kohl, seine Gattin Hannelore und die Söhne Walter und Peter laufen im Juni 1981 über eine grüne Wiese am Wolfgangsee. Der Kanzler und seine Familie verbrachten viele Jahre die Sommerferien im österreichischen St. Gilgen am Wolfgangsee. Archivfoto: Heinz Wieseler/dpa

    Bundeskanzler Helmut Kohl, seine Gattin Hannelore und die Söhne Walter und Peter laufen im J...

  • Freude bei Bundeskanzler Helmut Kohl (r.) und dem Präsidenten von Elf Aquitaine, Phillippe Jafre (3.v.r.), die am 25. Mai 1994 in Leuna symbolisch den ersten Spatenstich für die neue Raffinerie

    Freude bei Bundeskanzler Helmut Kohl (r.) und dem Präsidenten von Elf Aquitaine, Phillippe J...

  • Der Staatsratsvorsitzende und SED-Generalsekretär der DDR Erich Honecker (r.) wird von Bundeskanzler Helmut Kohl (l., CDU) am 07. September 1987 vor dem Bonner Bundeskanzleramt in einer offiziellen Begrüßung mit militärischem Zeremoniell empfangen. Archivfoto: dpa

    Der Staatsratsvorsitzende und SED-Generalsekretär der DDR Erich Honecker (r.) wird von Bunde...

  • Das Eiweiß tropft Bundeskanzler Helmut Kohl von der Brille, während er versucht, den Eierwerfer, der ihn vor dem Stadthaus in Halle im Mai 1991 mit einem Ei beworfen hatte, in der ihm ansonsten zujubelnden Menge ausfindig zu machen Archivfoto: Peter Kneffel/dpa

    Das Eiweiß tropft Bundeskanzler Helmut Kohl von der Brille, während er versucht, den Ei...

  • Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (r.) mit dem SPD-Ehrenvorsitzenden und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt am 21. September 1990 bei einer Diskussion über die deutsch-deutsche Vereinigung im Büro des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik, Konrad Adenauer, in Bonn. Archivfoto: Wolfgang Kumm/dpa

    Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (r.) mit dem SPD-Ehrenvorsitzenden und Friedensnobelpreist...

  • Bundeskanzler Helmut Kohl mit der britischen Premierministerin Margaret Thatcher während einer Pressekonferenz am 29. Oktober 1982 in Bonn. Archivfoto: Egon Steiner/dpa

    Bundeskanzler Helmut Kohl mit der britischen Premierministerin Margaret Thatcher während ein...

  • Bundeskanzler Helmut Kohl (l.) und der Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maiziere, in freundschaftlicher Umarmung auf dem ersten gesamtdeutschen Parteitag der CDU in Hamburg am 1. Oktober 1990. Archivfoto: Martin Athenstädt/dpa

    Bundeskanzler Helmut Kohl (l.) und der Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maiziere, in fre...

  • Bundeskanzler Helmut Kohl wird am 22. April 1998 zum Beginn einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Marktplatz von Stendal von einem CDU-Anhänger begrüßt. Vor der Landtagswahl am 26. April 1998 in Sachsen-Anhalt warb der CDU-Vorsitzende auf mehreren Großveranstaltungen für Wählerstimmen. Archivfoto: dpa

    Bundeskanzler Helmut Kohl wird am 22. April 1998 zum Beginn einer Wahlkampfveranstaltung auf dem ...

Von 1969 bis 1976 war der geborene Ludwigshafener Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, von 1973 bis 1998 war er CDU-Bundesvorsitzender. Anfang der 90er Jahre war Kohl Ziehvater von Angela Merkel in Bundesregierung und Partei. Wegen einer Spendenaffäre, in die Kohl maßgeblich verwickelt war, forderte Merkel Ende der 90er Jahre als damalige CDU-Generalsekretärin die Partei zur Loslösung vom Übervater auf. Ihr Verhältnis zu Kohl blieb bis zuletzt belastet.