Berlin l Seit einiger Zeit wird im Supermarkt bei Getränken immer auch der Literpreis angegeben. Flügelverleihendes Energiegetränk: Stolze 5,16 Euro. Trotzdem geradezu lächerlich billig gegen folgendes Beispiel aus einem anderen Bereich des täglichen Lebens. Ein großer Elektronikmarkt schreibt analog ebenfalls den Literpreis für Druckertinte auf das Schild am Regal. 7998 Euro. In Worten: siebentausendneunhundertachtundneunzig! Euro! Druckertinte, du flüssiges Gold.

Für diese Summe gibt es einen nagelneuen rumänischen Kleinwagen. Nicht in der schlichten Basisausstattung. Und sogar mit gefülltem Tank – 50 Liter. Oder 6400 Viertelliterdosen süße Energiebrause. Ohne Pfand. Um den Druckertinten-Preisschock ein wenig zu mildern: Für einen Liter Pieper-Heidsieck-Champagner von 1907, gedacht für die russische Zarenfamilie, aber vorher samt Schiff auf dem Meeresgrund versunken und 100 Jahre später wieder gehoben, bieten Kenner über 200 000 Euro. Allerdings ist die Schampus-Story auch ein bisschen spannender als die Tintengeschichte.