Stendal l Mittlerweile lacht ganz Deutschland über den langsamen Fahstuhl im Stendaler Rathaus. Während man in Berlin den Fernsehturm einmal rauf und runter gefahren ist, schafft man es in Stendal in der selben Zeit gerade einmal in den zweiten Stock. Ein speziell ausgebildeter Verwaltungsmitarbeiter muss ohnehin mitfahren und den Betätigungsknopf dauerhaft drücken. Sonst geht nichts.

Der Schnecken-Lift ist längst zu einem Medienereignis geworden. Die Fernsehanstalten geben sich in der Hansestadt die Klinke gegenseitig in die Hand.

Es geht aufwärts

Nun möchte die Mitarbeiter des örtlichen Winckelmann-Museums ganz offensichtlich von dem Fahrstuhl-Hype profitieren. „Es geht aufwärts“ hieß es in dieser Woche in einer Pressemitteilung des Museums. Der nagelneue Aufzug sei nun freigegeben, hieß es.

„Na, immerhin“ kann man da nur sagen. Schließlich hat die Volksstimme einen Tag zuvor darüber berichtet, dass das große Jubiläumsfest zum 250. Todestag des berühmtesten Sohnes der Stadt, Johann Joachim Winckelmann (1717-1768), ohne die geplante Museumsneueröffnung stattfinden muss.

Der Verzug ist eine Blamage ohne gleichen. Mehr als 200 Gäste aus dem In- und Ausland werden erwartet. Sie können sich am 26. Mai lediglich mit Bauhelm ausgerüstet, das halbfertige Museum ansehen. Noch bis zum Herbst wird das Museum geschlossen bleiben.

Damit steht fest, dass Stendal nicht nur den langsamsten, sondern vorübergehend auch den nutzlosesten Fahrstuhl besitzt.