Albuquerque l In etwas der Beste der Welt zu sein, fühlt sich sicher nett an. Manchmal ist es aber besser, auf dieses Gefühl zu verzichten – weil der Preis für den Titel einfach zu hoch wäre. Zum Beispiel in der Arterien-WM. Zum Völkchen mit den besten Blutgefäßen der Welt haben US-Forscher gerade die Amazonas-Ureinwohner in Bolivien gekürt. Schaut man sich allerdings deren Lebensweise an – auf sie führen die Wissenschaftler den internationalen Erfolg zurück –, schlägt jegliches aufgekeimte Gefühl von Neid sogleich in Mitleid um. Denn während wir uns an saftigen Schweineschnitzeln laben, knabbern die armen Ureinwohner an mickrigen Gürteltieren herum – und das auch erst, nachdem sie es irgendwie geschafft haben, den Panzer abzufrickeln. Die Beilagen sind nicht viel besser: Statt Bratkartoffeln gibt‘s pampige Kochbananen.

Dann doch lieber nur Fußballweltmeister. Mit diesem Titel können wir Deutschen uns wenigstens schmücken, ohne selbst mehr dazu beigetragen haben zu müssen als eine paar Runden Jubelei bei Bier und Bratwurst.