Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist ein Guru des digitalen Fortschritts. Dass er erst jetzt mit der Idee um die Ecke kommt, künstliche Intelligenz gegen Hasskommentare einzusetzen, wirkt da schon etwas skurril. Sein Sinneswandel ist wohl weniger auf eine moralische Erleuchtung zurückzuführen als auf die Daumenschrauben der Politik auch in Deutschland, die immer fester gezogen werden.

Doch auch, wenn die Einsicht spät kommt: Am wichtigsten ist, dass jetzt endlich etwas passiert. Genau so, wie sich Facebook für den Kampf gegen Fake-News Unterstützung von außen holt – in Form von Medien, die Fakten in geteilten Beiträgen checken –, sollte das Unternehmen auch beim Problem Hasskommentare Hilfe annehmen. Das Programm der Hallenser Forscher könnte Teil der Lösung werden. Dafür muss sich der Riese im Silicon Valley nur erst einmal mit dem Zwerg-Projekt in Sachsen-Anhalt beschäftigen. Aber Zuckerberg überrascht ja gern mal.