Wolfsburg l Noch ist nichts entschieden bei Volkswagen, doch Vorstand und Betriebsrat haben bei den Verhandlungen um den sogenannten Zukunftspakt in den vergangenen Wochen offenbar Fortschritte erzielt. Am Donnerstag soll die Belegschaft im Stammwerk Wolfsburg über den Stand der Dinge informiert werden.

Nicht erst seit dem Diesel-Skandal hat die Kernmarke Volkswagen ein Profit-Problem, schon seit Jahren verdient sie pro produziertem Auto vergleichsweise wenig Geld. Dass soll sich mit dem Zukunftspakt ändern, er soll sowohl Spar- als auch Investitionsziele für die kommenden Jahre festschreiben.

Dem Vernehmen nach haben sich Vorstand und Betriebsrat inzwischen darauf geeinigt, fünf bis sechs Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 bei VW einzusparen. In sämtlichen Werken soll dabei die Produktion effizienter gestaltet werden. Und das wird nicht ohne Personalabbau gehen.

Beide Seiten haben sich aber offenbar darauf verständigt, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll, die Zahl der Mitarbeiter wird demnach über Frühverrentungen und Altersteilzeit absinken. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte jüngst von 2500 Jobs gesprochen, die pro Jahr wegfallen könnten. Insgesamt beschäftigt die Marke VW derzeit rund 200 000 Mitarbeiter.

Wie groß der Jobabbau am Ende ausfallen wird, hängt auch mit strategischen Entscheidungen zusammen. Denn es sollen auch neue Stellen entstehen, sowohl im Bereich Elektromobilität als auch in Bereichen, in denen die Digitalisierung voranschreitet.

Eine zentrale Frage dabei wird sein, ob VW ein eigenes Batteriewerk für seine künftigen E-Autos aufbaut. Betriebsratschef Osterloh fordert ein solches, denn Mitarbeiter, die in der herkömmlichen Motorenfertigung nicht mehr gebraucht werden, könnten dort neue Arbeit finden. Und offenbar neigt inzwischen auch der VW-Vorstand dazu, eins zu eröffnen. In einem internen Schreiben sagt VW-Markenchef Herbert Diess: „Kein Mitarbeiter muss den Verlust des Jobs befürchten – aber womöglich wird er künftig andere Aufgaben übernehmen.“

Vor neuen Herausforderungen werden auch die Zulieferer stehen. VW wird versuchen, die Einkaufskosten weiter zu drücken. Und der Wandel hin zur E-Mobilität wird dazu führen, dass auch die Zulieferer ihre Produktpaletten entsprechend anpassen müssen. Teile für herkömmliche Motoren werden künftig weniger gefragt sein, wenn bei VW mehr E-Autos vom Band rollen.