Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0

Die neue Einrichtung soll den Mittelstand in Sachsen-Anhalt bei der Digitalisierung unterstützen. Das Zentrum ist ausgerichtet auf die Schwerpunkt-Branchen Maschinenbau, Chemie, Logistik, Medizintechnik sowie Ernährung. Leistungen wie Vorträge und Workshops sind für Unternehmen kostenlos. Fünf Partner sind Teil des Netzwerks: das Fraunhofer-Institut in Magdeburg, das Zentrum für Produkt-, Verfahrens- und Prozessinnovation Magdeburg, die Informatik-Fakultät der Universität Magdeburg, das Institut für Automation und Kommunikation Ifak Magdeburg sowie das Zentrum für Sozialforschung Halle. (ba)

Magdeburg l Sachsen-Anhalts Mittelstand braucht Hilfe beim digitalen Wandel, findet die Bundesregierung und fördert mit 3,6 Millionen Euro ein neues Kompetenzzentrum in Magdeburg. Dessen Leiter Thomas Leich soll den Betrieben die Digitalisierung erklären. Von oben herab gehe das nicht, sagt er.

 „Es ist nicht alles rosarot“, sagt Thomas Leich gleich zu Beginn seiner Rede am Dienstagmorgen in Magdeburg. Leich, Leiter des neuen Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums in der Landeshautpstadt, hat eine Präsentation an die Wand geworfen. Zu sehen ist die Deutschland-Karte. Weiße bis dunkelrote Flächen zeigen, wie es um die Digitalisierung in den einzelnen Regionen steht. Je kräftiger die Farbe, desto besser die Ausgangsposition, den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten. Sachsen-Anhalt ist weiß. Viele Firmen im Land tun sich noch immer schwer bei der Digitalisierung. Der 40 Jahre alte Leich ist jetzt angetreten, um das zu ändern.

3,6 Millionen Euro vom Bund

Mit 3,6 Millionen Euro fördert das Bundeswirtschaftsministerium das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum, das Leich seit Anfang August leitet. Drei Jahre hat er zunächst Zeit, kleine und mittlere Betriebe von der Notwendigkeit der Digitalisierung zu überzeugen und Investitionen anzuschieben. Kern für Leich und seine neun Kollegen ist die Arbeit in und mit den Unternehmen. Leich, der im Nebenjob Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Harz ist, will den Mittelstand an die Hand nehmen, Strategien entwickeln und Chancen aufzeigen. Letztendlich, sagt Leich, stehe bei allem im Vordergrund, wie Unternehmen künftig mit digitalen Angeboten Geld verdienen können. Der Familienvater setzt sich dabei auch selbst unter Druck. Er erklärt: „Viele Mittelständler scheuen Investitionen in diesem Bereich, weil sie sich einen Fehlschlag nicht leisten können.“

Zu dem Kompetenzzen- trum, das in der Experimentellen Fabrik Büros bezogen hat, haben sich fünf Partner zusammengeschlossen. Sie betreuen jeweils verschiedene Themenbereiche wie digitale Geschäftsmodelle, Datensicherheit oder Nutzung und Akzeptanz der Produkte und Dienstleistungen. In 24 deutschen Städten wird es bis Ende des Jahres ähnliche Zentren geben, sagte die Staatssekretärin aus dem Bundeswirtschaftsministerium, Iris Gleicke (SPD).

Gute Beispiele

Thomas Leich wird in seinem neuen Job viel reden müssen. Gleich in der nächsten Woche seien drei Vorträge geplant, erklärt Leich im Gespräch mit der Volksstimme. Wichtig ist, sagt Leich, die Lösungen nicht von oben herab zu predigen. „Ich glaube, dass es wichtig ist, die Sprache des Mittelstands zu sprechen“, erklärt er.

Der Digitalisierungs-Experte verlässt sich dabei nicht nur auf sich selbst. „Wir wollen, dass Unternehmern von Unternehmern lernen“, sagt Leich. Zunächst gehe es deswegen darum, Firmen zu finden, die für andere Betriebe als Vorbilder gelten könnten.