Nürnberg/Halle l Jeder zweite Flüchtling hat fünf Jahre nach seiner Ankunft in Deutschland gute Chancen auf einen Job. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die am Donnerstag in Nürnberg veröffentlicht wurde. Eine Erwerbstätigenquote von 50 Prozent sei „realistisch“, so die Forscher. Sie beziehen allerdings auch bezahlte Praktika und geringfügige Jobs in ihre Betrachtungen mit ein.

Nach Angaben der Experten waren 2016 von den in der Krise 2015 zugezogenen Geflüchteten zunächst einmal nur zehn Prozent berufstätig. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge durchlief allerdings auch noch Asylverfahren. Schon deutlich besser sah es bei denen aus, die 2014 eingereist sind. Hier betrug die Quote bereits 22 Prozent. Und bei jenen, die im Jahr 2013 einwanderten, hatte bis 2016 bereits jeder Dritte einen Job.

1100 Beschäftigte in Sachsen-Anhalt

Der Verlauf der Integration von Flüchtlingen decke sich mit den Erfahrungen aus früheren Jahren, so die Forscher. Grundlage ihrer Studie sei eine repräsentative Befragung von mehr als 4800 Flüchtlingen.

Kay Senius, Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit in Halle, hält die Ergebnisse der IAB-Studie auch mit Blick auf Sachsen-Anhalt für realistisch. „Integration hat bereits stattgefunden und findet aktuell statt“, so Senius. Zwischen 2014 und 2016 sei die Zahl der Beschäftigten aus sogenannten Asylzugangsländern von 500 auf 1100 gestiegen. Genaue Zukunftsprognosen seien jedoch schwierig zu treffen.