Magdeburg l Der Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn mahnt neue Reformen für Frankreich und einige südeuropäische Länder an. Den neuen französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron hält er für naiv. Sinn sagte der Volksstimme: „Wenn er glaubt, die französischen Probleme und die Probleme der französischen Kunden in Südeuropa mit deutschem Geld lösen zu können, ist er einer Illusion erlegen, was die Zahlungsbereitschaft der Deutschen angeht."

Frankreich und die Länder Südeuropas müssten ihre eigenen Reformen machen. „Das werden schwer zu erreichende Veränderungen sein, die auch Kämpfe mit den machtvollen Gewerkschaften implizieren", sagte Sinn. Macron dürfe sich davon nicht wegstehlen, indem er Deutschland um Geld bittet.

Europäische Armee

Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Europäischen Union brachte der Wirtschaftsforscher eine gemeinsame europäische Armee ins Spiel. Eine tiefergehende Zusammenarbeit liege nicht im Ökonomischen sondern im Politischen, so Sinn, der im vergangenen Jahr nach 17 Jahren als Präsident des Münchner Ifo-Instituts abtrat. „Eine europäische Friedensgemeinschaft bedeutet doch, dass man nationale Armeen abschafft und gemeinsame europäische Streitkräfte aufbaut. Mit dieser Vorstellung sollte Angela Merkel Emmanuel Macron nun offensiv entgegentreten", erklärte er.