Tangerhütte l „Eigentlich hat die Saison verheißungsvoll begonnen“, erzählt Spargel-Landwirt Arne Garlipp aus Schelldorf bei Tangerhütte. „Zu Ostern konnten wir die ersten Stangen verkaufen, die wir unter Folie angebaut hatten. Danach war es allerdings dann drei bis vier Wochen bitterkalt.“ Die Folge: Geringere Ernten. „Kollegen, die nicht mit Folien arbeiten, dürften noch größere Ausfälle in dieser Zeit gehabt haben als wir“, so Garlipp.

Eine weitere Wetterkapriole folgte in den vergangenen Wochen, da wurde es plötzlich sehr warm. „Das hatte zur Folge, dass deutschlandweit sehr viel Spargel auf den Markt kam, die Preise dafür aber rapide sanken“, so der Spargelbauer. Von einer mäßigen Ernte spricht auch Gerhard Flügge, Betriebsleiter der Agrargenossenschaft Hohenseeden Parchen. „Die Saison war in diesem Jahr sehr durchwachsen, vor allem die Nachtfröste bis in den Mai hinein haben uns zugesetzt“, so Flügge. Das habe den Spargelaufwuchs zeitweise sehr verzögert.

Noch keine Zahlen vorhanden

Dem Bauernverband Sachsen-Anhalt liegen bislang noch keine Gesamtzahlen zur Spargel-Saison vor. Allerdings bestätigt Verbandssprecher Christian Apprecht die Eindrücke der Landwirte: „Die Saison war nicht so prall, manche Landwirte haben bereits Ende Mai das Spargelstechen eingestellt.“

Infografik: Woher der deutsche Spargel kommt | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Auf Grund der wechselnden Wetterbedingungen kam es auch bei den Preisen zu erheblichen Schwankungen. Zu Beginn der Saison kostete der Premium-Spargel bei Garlipp in Tangerhütte noch 9,65 Euro pro Kilo. In der jüngsten Wärme-Periode fiel der Preis auf 6,95 Euro. Bei manchen Händlern entlang der Landstraßen konnten die Verbraucher jüngst auch zu Niedrigpreisen kaufen, drei Kilo für neun Euro wollte mancher Händler haben. „Es ist aber auch die Frage, wie stark die Kunden Wert auf Qualität legen“, betont Garlipp hierzu. Diese sei bei Discountpreisen eher fragwürdig.

Insgesamt haben die Landwirte in den vergangenen Jahren weniger Spargel angebaut. Während sich die Anbaufläche vor zehn Jahren noch über mehr als 1100 Hektar erstreckte, wird das Edelgemüse heutzutage nur noch auf etwas mehr als 600 Hektar angebaut. Nach Angaben des Bauernverbands ist vielen inzwischen der Aufwand für die kurze Erntezeit zu groß. Hinzu kommt: Die Landwirte finden kaum noch Hilfskräfte, die beim Spargelstechen helfen. Und obendrein müssen Erntehelfer heute mindestens nach dem Mindestlohn bezahlt werden.