Neuermark-Lübars l Dank der umfassenden Bildergalerie neben dem Denkmal erhielten auch die frühzeitig Evakuierten ein detaillierteres Bild von der Lage vor Ort im Juni 2013. Und die, die sich der Evakuierung widersetzt hatten und geblieben waren, um sich um alles Wichtige zu kümmern, konnten die Erinnerungen auffrischen.

Als direkte Anwohnerin und eine der am meisten Betroffenen stellte Heidrun Schulz ihre Garage zur Verfügung, die zu einem Kinosaal umfunktioniert wurde. Ines Hopfe zeigte die gesammelten Bilder via Beamer. Heidrun Schulz berichtete, was das Flutwasser damals auf ihrem Grundstück angerichtet hat . Der im Gartenhaus immer noch gut sichtbare Höchststand des Wassers wurde auch als Richtlinie für die Markierung auf dem Stein genutzt.

Die Initiatoren waren sehr erfreut über die überwältigenden Bürgerbeteiligung am Sonnabend. Helmut Lemme, auf dessen Initiative der Beton-Obelisk aufgestellt worden ist, meinte: „Das ist als Zeichen zu sehen, dass die Gemeinde diesen Ort der Erinnerung braucht!“

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Auch freute er sich, dass die Organisation des Einweihungsfestes auf breiten Schultern getragen wurde. Feuerwehr, Heimatverein und andere machten mit – dank der vielen Hände hielt sich die Arbeit für alle in Maßen.

Dieser Ort der Erinnerung wäre nicht denkbar gewesen, wenn nicht der Arbeitgeber von Helmut Lemme, die „Ostbau GmbH“ aus Osterburg, ihm bei der Herstellung des Denkmals unterstützend zur Seite gestanden hätte. Kurz vor der Einweihung wurde das Denkmal, veranlasst durch Gerhard Menz, noch mit einer Gravur versehen, um den Tag des Höchststandes am 15. Juni zu dokumentieren.

Neben den Flutbildern waren auch die Wandzeitungen zu sehen, die die Drittklässler angefertigt hatten.

Zum Zeitvertreib trugen bei Kaffee und von den Frauen des Ortes selbstgebackenem Kuchen Kegeln (Mario Schneider siegte vor Achim Groß und Roger Schulze) und Fahrten mit dem Feuerwehrauto bei. Und es wurden Fotos von der Dorfgemeinschaft gemacht.

Vor Ort war auch der SPD-Ortsverein Klietz-Neuermark-Lübars mit seiner Vorsitzenden Ruth Kaltschmidt-Beuting. Sie hatte die Luftballon-Aktion organisiert: Karten mit „Danke für die Solidarität beim Hochwasser 2013“ und der Bitte an den Finder, die Karte zurückzuschicken, stiegen in den blauen Sommerhimmel.

Bedauert haben die Dorfbewohner, dass der Bürgermeister oder ein Stellvertreter der Einladung nicht gefolgt sind, „schade, dass war ein für uns so wichtiger Termin“, so unter anderem Ursula Kunze.

Die Initiatoren beabsichtigen, im Laufe des Jahres das Denkmal mit Natursteinpflaster einzufassen. Auch dabei sind sie sich sicher, dass sie mit großer Unterstützung aus dem Ort rechnen können.