New York - Die kanadische Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro (82) hat sich von ihrem ersten mit Kurzgeschichten selbst verdienten Geld einst ein Umstandskleid gekauft.

"Ich habe mich schon immer viel mit Kleidung beschäftigt", sagte Munro am Mittwochabend (Ortszeit) in New York, wo sie per Video einer Lesung im Veranstaltungszentrum "Symphony Space" zugeschaltet war.

"Anfangs hatte ich meine Geschichten immer für kein Geld veröffentlicht, mir war gar nicht klar, dass man damit etwas verdienen kann. Aber als ich dann Geld bekam, konnte ich rausgehen und mir ein Schwangerschaftskleid kaufen", sagte Munro.

Lange Zeit habe sie nicht genügend Geld gehabt, um sich schöne Kleidung zu kaufen, sagte Munro weiter. Deswegen habe sie den Personen in ihren Büchern umso bessere Anziehsachen angedichtet. "Ich konnte lange Zeit nicht die Kleidung haben, die ich wollte, also hatten meine Figuren da mehr Glück."

Munro, die 2013 den Literaturnobelpreis erhielt, gilt als äußerst schüchtern und gibt nur sehr selten Interviews. Aus gesundheitlichen Gründen reist sie nicht mehr und konnte sich die Auszeichnung in Stockholm nicht selbst abholen. Sie sei aber immer noch völlig überwältigt davon, dass sie den Preis erhalten habe, sagte Munro. "Ich kann es immer noch kaum glauben. Es ist so wunderbar."