Frankfurt/Main - Siegfried Lenz (87), Schriftsteller, reicht zum Schreiben seiner Bücher ein einfacher Kugelschreiber. Einen Computer hat der Autor ("Deutschstunde", "Heimatmuseum") dazu noch nie benutzt.

"Es wäre zu aufwendig. Wenn man es von der Fantasie in dieses technische Gerät transportiert, dann fordert das zu viel", sagte der 87-Jährige dem Radiosender "hr1", der das Interview am Sonntag ausstrahlen wird. Darin berichtet er auch davon, dass er zur Zeit an einer "fast fertigen" Novelle arbeite.

Außerdem erzählt Lenz von seiner Freundschaft zu Marcel Reich-Ranicki, der Mitte September 2013 starb. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe er dem damals weitgehend unbekannten Literaturkritiker zu ersten Auftritten im Radio verholfen. "Es war für mich selbstverständlich, dass ich ihn empfahl", betonte Lenz.

Obwohl er stets Respekt für Reich-Ranicki empfunden habe, sei er mit seinen Kritiken nicht immer einverstanden gewesen. "Ich habe ihn manchmal in Gedanken zurechtgewiesen und ihm gesagt, das ist Quatsch, was du gesagt hast", erinnerte sich Lenz.