Breitbrunn - Mit seinen Romanen über Volkswagen, BMW und Thyssen dokumentierte er deutsche Zeitgeschichte.

Am Freitag ist der Schriftsteller und Hörfunkautor Horst Mönnich, ein Mitglied der legendären Gruppe 47, mit 95 Jahren in Breitbrunn am Chiemsee im Kreis seiner Familie gestorben. Sein Schriftstellerkollege und Freund Sten Nadolny sagte der Nachrichtenagentur dpa mit Hinweis auf Mönnichs Sohn: "Es war ein sehr friedlicher und schöner Abschied."

Mönnich war in den 50er und 60er Jahren mit Reisereportagen und Berichten über deutsche Industriefirmen bekanntgeworden. Zu seinen wichtigsten Werken gehörte "Die Autostadt" von 1951, die er genau 60 Jahre später mit dem Untertitel "Roman des Volkswagens" als vollständige Neuausgabe herausbrachte. An seinem auf drei Bände angelegten Roman über den Münchner Autokonzern BMW arbeitete er fast zehn Jahre. Daneben schrieb er zahlreiche Hörspiele, darunter "Prozessakte Vampir".

Nadolny hatte dem Freund seinen jüngsten Roman "Weitlings Sommerfrische" gewidmet. Mönnich sei bis zuletzt sehr wach und informiert gewesen, so Bestsellerautor Nadolny ("Die Entdeckung der Langsamkeit"). Über sein eigenes Leben hatte Mönnich in dem Buch "Geboren neunzehnhundertachtzehn" (1993) Auskunft gegeben.

Nach einem Studium der Germanistik und Zeitungswissenschaft hatte der in Senftenberg in der Lausitz geborene Autor zunächst als Lyriker begonnen. Sein Debütband "Die Zwillingsfähre" enthielt auch Gedichte seines kurz vor Kriegsbeginn tödlich verunglückten Zwillingsbruders. Hans Werner Richter, Begründer der Autoren-Gemeinschaft Gruppe 47, wurde für ihn zur politischen Leitfigur.