Leipzig - Zwei Debütanten und drei etablierte Autoren sind in diesem Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Wie die Jury am Donnerstag mitteilte, sind Fabian Hischmann ("Am Ende schmeissen wir mit Gold") und Per Leo ("Flut und Boden: Roman einer Familie") die Newcomer. Außerdem wurden Martin Mosebach mit "Das Blutbuchenfest", Katja Petrowskaja mit "Vielleicht Esther" und Sasa Stanisic mit "Vor dem Fest" als Kandidaten für den Buchpreis in der Sparte Belletristik benannt.

Der Preis wird während der Leipziger Buchmesse (13. bis 16. März 2014) auch noch in den Kategorien Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben. Er ist mit je 15 000 Euro dotiert und zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland.

136 Verlage hatten insgesamt 410 Titel eingereicht. In der mit Literaturkritikern besetzten Jury habe es keinen großen Streit gegeben, welche Bücher zu den wirklich wichtigen zu zählen seien, sagte der Vorsitzende Hubert Winkels der Nachrichtenagentur dpa. "Wir waren sehr, sehr klar mit der Beurteilung der Übriggebliebenen", sagte Winkels. "Drei gute Bücher sind wichtiger als 100 mittlere."

Es freue ihn besonders, dass mit Leo und Hischmann zwei Autoren mit ihren Erstlingswerken auf der Nominierten-Liste stehen. Der 1983 geborene Hischmann überzeuge mit einem realistischen und zugleich leichten Ton. "Man merkt richtig, dass einige Jahre an Erfahrung noch nicht auf seinem Buckel ruhen." Auch Leo, dessen Familiengeschichte zur SS-Vergangenheit an sich ein harter, düsterer Stoff sei, habe einen überraschenden Zugriff auf das Thema gewählt.

Bei Martin Mosebachs "Das Blutbuchenfest" sei kaum zu diskutieren gewesen, dass er auf die Liste für den Buchpreis gehöre, sagte Winkels. "Seine Beschreibungs-, Erzähl- und Sprachkompetenz ist so einzigartig - diese Anerkennung muss man einfach zollen." Katja Petrowskaja schaffte es mit der Suche nach Spuren ihrer jüdischen Familie in Kiew als einzige Frau auf die Buchpreis-Liste. Der in Bosnien geborene Sasa Stanisic erzähle in "Vor dem Fest" "mit Lust und Laune" aus einem Dorf in der Uckermark, sagte Winkels.

Auffällig sei in diesem Jahr gewesen, dass sich viele der eingereichten Titel mit der DDR-Thematik auseinandersetzten, sagte Winkels. "Man dachte, der "Turm-Effekt" habe sich abgenutzt. Das ist aber nicht so." Den nominierten Titeln gemein sei eine Freiheit in der Erzählweise. Winkels: "Der Ton wird nicht vom Stoff diktiert."