Berlin/Mainz - Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg (79) ist die Entscheidung seiner Landsleute für eine Begrenzung der Zuwanderung unangenehm.

"Es ist auch ein Stück Scham dabei", sagte Muschg am Montag dem Deutschlandradio Kultur. Gleichzeitig versicherte er: Kein deutscher Zuwanderer müsse sich nach der Abstimmung in der Schweiz unwohl fühlen. Das Votum selbst bewertete der Dichter als "Trotzreaktion gegen die Globalisierung". Europa sollte Sanktionen gegen die Schweiz erlassen. "Die Schweiz muss einmal merken, was sie anrichtet."

Der Schweizer Autor und Mainzer Stadtschreiber Peter Stamm zeigte sich "etwas ratlos". Bezeichnenderweise sei die Initiative vor allem in ländlichen Gebieten abgelehnt worden, wo der Ausländeranteil geringer sei als in den Städten, erklärte er. "Es zeigt sich wieder mal, dass Xenophobie am besten gedeiht, wo nicht allzu viele Ausländer sind."