Madrid - Die Madrider Stadtverwaltung unternimmt einen neuen Anlauf, die Überreste des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes (1547-1616) zu finden.

Der Autor des "Don Quijote" war in Armut gestorben und auf dem Gelände eines Klosters in der spanischen Hauptstadt beigesetzt worden. Das im "Literatenviertel" der Madrider Altstadt gelegene Kloster war mehrmals umgebaut und erweitert worden, so dass heute nicht mehr bekannt ist, wo die Grabstätte liegt.

Wie die Zeitung "El País" berichtete, erhielt die Stadtverwaltung von der Regionalregierung die Genehmigung, auf dem Gelände des Nonnenklosters nach den Überresten des Literaten zu suchen. Dabei soll ein Bodenradar eingesetzt werden, das die oberen Schichten des Erdreichs untersucht. Vor drei Jahren hatte eine private Initiative von Experten schon einmal nach den Knochenresten von Cervantes suchen wollen. Das Vorhaben scheiterte an Geldmangel.

Eine Suche nach den Überresten des spanischen Malers Diego Rodriguez de Silva y Velázquez hatte in Madrid vor 14 Jahren in einem Fiasko geendet. Zweijährige Untersuchungen des Erdreichs unter einem Platz, auf dem mal eine Kirche gestanden hatte, endeten ohne Ergebnis. Velázquez war in der Krypta der Kirche beigesetzt worden, aber das Gotteshaus wurde 1809 abgerissen.