Berlin - Wenn es nach den Lesern ginge, hätte Fabian Hischmann den Preis der Leipziger Buchmesse schon in der Tasche. Der 30-jährige Autor aus Berlin hängt beim Publikumsvoting im Internet mit rund 45 Prozent der Stimmen seine vier Mitbewerber um Längen ab.

Die Jury befand bei der Nominierung seines Romans "Am Ende schmeißen wir mit Gold" vor wenigen Wochen: "Selbstbewusst und souverän im Ton reiht sich dieses Debüt zwischen Wolfgang Herrndorfs "Tschick" und Thomas Klupps "Paradiso" ein."

Mit seinen 30 Jahren ist Hischmann der jüngste im Quintett der Nominierten - und das gleich mit seinem ersten Roman. "Ich habe schon gehofft, dass das Buch jemandem gefällt", erzählt er der Nachrichtenagentur dpa. "Aber das jetzt ist ein Sprung von Null auf Hundert."

1983 als Sohn eines Diplomvolkwirts in Donaueschingen geboren und mit zwei jüngeren Schwestern aufgewachsen, hatte Hischmann zunächst in Freiburg Kultur- und Literaturwissenschaft studiert, wechselte dann in den stärker praxisorientierten Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus (KSKJ) in Hildesheim.

Seither veröffentlicht er vor allem Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitschriften. Leben kann er vom Schreiben nicht. Er freut sich deshalb über jeden Nebenjob und bewirbt sich immer wieder um Arbeitsstipendien und Förderprogramme. "Da habe ich viel geschossen, aber wenig getroffen", meint er.

Mit dem Roman lief dafür alles glatt. "Ich wollte mir vor allem selbst beweisen, dass ich das schaffe", sagt er im Rückblick auf die zweijährige Arbeit. In dem Buch geht es um einen lethargischen jungen Lehrer, dessen Leben durch die Wiederbegegnung mit der eigenen Vergangenheit unerwartete Kehrtwenden nimmt.

Der fiktive Stoff sei ihm schon lange im Kopf umgegangen, der Verlag habe das Manuskript dann auf Anhieb genommen, erzählt Hischmann. "Das war schon ungewöhnlich viel Glück." Sollte er nun auch noch die Publikumsabstimmung gewinnen, wäre das "der schönste Preis überhaupt".