Berlin - Martin Mosebach ist schon mit zahlreichen Preisen geehrt worden. Auch den Georg-Büchner-Preis, Deutschlands renommierteste Literaturauszeichnung, hat der Frankfurter Autor und Essayist schon erhalten.

Der 62-Jährige steht mit seinem neuen Roman "Das Blutbuchenfest" jetzt als Senior nochmals auf der Vorschlagsliste für den Leipziger Buchpreis. "Seine Beschreibungs-, Erzähl- und Sprachkompetenz ist so einzigartig - diese Anerkennung muss man einfach zollen", sagte Jurypräsident Hubert Winkels zur Nominierung.

Dabei ist Mosebach ein Autor, der die Lesergemeinde spaltet wie kaum ein anderer. Die einen bewundern seinen geschliffenen, (selbst)ironischen Stil, andere finden die Erzählweise des Herrn mit Hornbrille und Einstecktuch einfach nur altmodisch und manieriert.

1951 als Sohn eines literarisch beschlagenen Arztes in der Mainmetropole Frankfurt geboren, hat der studierte Jurist seine Heimatstadt in vielen Romanen verewigt - nicht immer schmeichelhaft.

Wichtige Werke waren etwa "Eine lange Nacht" (2000), "Der Nebelfürst" (2001), "Das Beben" (2005) und der vergnügliche Bestseller "Was davor geschah" (2010). Daneben schreibt Mosebach auch Hörspiele und Drehbücher und polarisiert immer wieder mit spitzzüngigen, kulturkonservativen Essays.

Mit dem "Blutbuchenfest" hat Mosebach erstmals einen politischen Roman vorgelegt. Über die Figur einer bosnischen Putzfrau verschränkt er seine Milieustudie des Frankfurter Geldadels mit der heraufziehenden Kriegskatastrophe auf dem Balkan. "Ich will zu etwas Neuem vorstoßen", sagte er zu seinem 60. Geburtstag der dpa.

Trotz seines umfangreichen Werks geht ihm das Schreiben nicht leicht von der Hand. "Ich muss mich überlisten." Dafür zieht sich der verheiratete Autor gern in Klausur zurück. Längere Zeit war er etwa in Italien, Indien und der Türkei - Orte, von denen er regelmäßig Reiseberichte mitbringt.