Leipzig - Der Berliner Verbrecher Verlag ist auf der Leipziger Buchmesse am Freitag mit dem Kurt-Wolff-Preis geehrt worden. Die Auszeichnung ist mit 26 000 Euro dotiert und würdigt verlegerische Leistungen unabhängiger Verlage.

Der Verleger Jörg Sundermeier sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Das ist wie ein Oscar für Independent-Filme. Das ist das höchste der Gefühle."

Der Verlag - in der Branche kurz "Die Verbrecher" genannt - halte mit großen Editionen wie den Tagebüchern von Erich Mühsam oder Werksausgaben von Gisela Elsner die Erinnerung an sozialistische und anarchistische Traditionen in Deutschland wach, begründete die Kurt-Wolff-Stiftung die Vergabe.

Der Förderpreis in Höhe von 5000 Euro ging an den 1999 in Hamburg gegründeten mairisch Verlag. Er entdecke "mit großem Spürsinn" junge deutsche Prosaautoren, sein "klug komponiertes Programm" trage dem aktuellen Dialog zwischen Literatur, Musik, Graphic Novels und Hörspiel Rechnung, hieß es in der Begründung.

Der Preis wird von der im Jahr 2000 gegründeten Kurt-Wolff-Stiftung verliehen, deren Anliegen die Förderung der vielfältigen Verlags- und Literaturszene in Deutschland ist. Namensgeber der Stiftung ist der Verleger Kurt Wolff (1887-1963), der unter anderem in Leipzig wirkte.