Berlin - Ein Brief des Dichters Heinrich Heine (1797-1856) an den Verleger Friedrich Arnold Brockhaus mit der Bitte um Veröffentlichung eines Gedichts wird in Berlin versteigert.

"Ich weiß sehr gut daß Gedichte in diesem Augenblick kein großes Publikum ansprechen, und daher als Verlagsartikel nicht sonderlich geliebt seyn mögen", schreibt der 22-jährige Heine am 7. November Jahr 1820 an Brockhaus.

Der Verleger werde aber vor allem dem ersten Teil des Gedichts "die strengste Originalität" wohl nicht absprechen, die Höhe des Honorars könne Brockhaus selber festlegen, heißt es in dem Brief des damaligen Göttinger Studenten Heine, der Ende März vom Auktionshaus J.A. Stargardt für 16 000 Euro unter den Hammer kommen soll. Heines Gedichte wurde 1822 veröffentlicht - von einem anderen Verleger.

Zu der Auktion gehört auch ein Manuskript des Komponisten Anton Brucker (1824-1896), das zunächst für 90 000 Euro angeboten wird. Es handelt sich dabei um Skizzen zum zweiten Satz zu Bruckners unvollendeter 9. Symphonie, wie Stargardt weiter mitteilte.

Versteigert wird unter anderen auch eine Mitteilung Ludwig van Beethovens (1770-1827) an seine Verleger in Paris. Darin weist der Komponist auf mehrere Fehler in den Druckvorlage für seine später berühmt gewordene Klaviersonate Nr. 32 hin. Er moniert unter anderem den falschen Namen "Louis De Beethoven" und kritzelt dazu: "Ich bin ebenfalls kein De sondern Van Beethoven".