Marbach - Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat ein bislang unbekanntes "Schwarzes Heft" von Philosoph Martin Heidegger (1889-1976) erworben.

Das Heft schließe eine Lücke in der Reihe von insgesamt 34 sogenannten Denktagebüchern, in denen Heidegger von 1931 an bis zum Anfang der 70er Jahre seine Gedanken dokumentierte. "Die Aufzeichnungen sind etwas sehr Primäres, gleichzeitig sind viele Gedanken schon sehr ausformuliert", sagte Ulrich Raulff, Direktor des Marbacher Archivs, am Freitag. Das Tagebuch von 1945 und 1946 stammt aus dem Besitz von Literaturwissenschaftler Silvio Vietta.

Am Donnerstag hatte der Klostermann Verlag zwei Bände der "Schwarzen Hefte" des Schwarzwälder Professors veröffentlicht. Wegen antisemitischer Äußerungen werden die Tagebücher diskutiert: Sie zeigten zentrale Gedankenstränge auf, die Heideggers Werke begleiteten, sagte Raulff.